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Freitag, 25.09.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Frohe Weihnachten

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Der Wunsch nach Geborgenheit ist verbunden mit der Geschichte der eigenen Familie, die Sicherheit und Wärme gibt – und somit die Ungewissheit der Zukunft zu einer selbstverständlichen Herausforderung abfedert. Der Wunsch nach Geborgenheit, ob in einer Hütte oder in einem Palast, wird überall auf der Welt mit Weihnachten reflektiert. Es ist auch ein Wunsch nach Frieden, im eigenen Dasein wie überall auf Erden. Die Geburt des Kindes in Bethlehem, das als Sohn Gottes alle Menschen von ihren Sünden befreien und von ihren Leiden erlösen sollte, ist eine gute Geschichte. Eine Geschichte, deren Botschaft von 2,26 Milliarden Christen weltweit als Auftrag verstanden wird.

Die Botschaft der Nächstenliebe ist allerdings, das lehrt uns die Erfahrung, nicht immer einfach zu realisieren, weshalb die katholische Kirche die Beichte erfand. Eine himmlische Dialektik von Reue und Buße, die sich in aufgeklärten Gesellschaften zu den Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit entwickelt hat. Deshalb ist es nicht verkehrt, wenn man an Weihnachten auch jene in das Nachtgebet miteinschließt, deren Buße aus einer Haftstrafe besteht. Dass die Würde des Menschen unantastbar ist, haben nicht die Väter des Grundgesetzes erfunden, sondern eben jener Nazarener, der in einer Hütte geboren wurde. —– Das Foto zeigt die Krippe des Augsburger Doms.

Die DAZ-Redaktion wünscht ihren Lesern und allen Erdenbürgern ein besinnliches Weihnachtsfest.

Siegfried Zagler, Halrun Reinholz, Udo Legner, Bernhard Schiller, Volker Bogatzki.