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Mittwoch, 04.08.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

FCA vs. Frankfurt 2:0

Der FCA konnte gestern in einem eher schwachen Zweitligaspiel den FSV Frankfurt mit 2:0 bezwingen und verkürzte somit vor 10.000 Zuschauern in der impuls arena den Abstand zum begehrten Relegationsplatz auf drei Punkte.



FCA-Trainer Jos Luhukay scheint seiner Idealformation immer näher zu kommen. Nach dem Duisburg-Spiel veränderte er die Aufstellung nur auf zwei Positionen. Der in Duisburg gelbgesperrte Sinkala kam für da Costa und Hain für Mölzl in die Startformation.

Ohne lang zu fackeln legten die Augsburger los und ließen zunächst keinen Zweifel daran aufkommen, wer auf dem Papier (die Tabelle lügt nicht) die bessere Mannschaft ist. Gut organisiert und aus einer sicheren Abwehr heraus bestimmte der FCA in der Anfangsphase das Spiel. Bereits nach vier Minuten spielte Stephan Hain Traore frei, Traore bediente Thurk, der völlig freistehend per Direktabnahme nur den Pfosten traf. Sechs Minuten später tanzte der seit Monaten überragende Michael Thurk – nach Zuspiel von Hain – elegant mit der Hacke Frankfurts Gledson aus und schloss diesmal sehr routiniert zum 1:0 ab (10.). In der Folge hatten Hain und Traore passable Möglichkeiten, die sie aber nicht zu verwerten verstanden. Der FCA war sichtlich bemüht nachzulegen, aber die Frankfurter Defensive schien sich gefangen zu haben und im Spiel nach vorne konnten die von Hans-Jürgen Boysen trainierten Frankfurter zwischendurch andeuten, dass sie hervorragend Fußball spielen können. Im Strafraum war es damit allerdings vorbei. Das Spiel verlor zusehends an Dynamik, und erst als der FCA in der Schlussphase der zweiten Halbzeit wieder anfing auf das Tempo zu drücken, ergaben sich über ruhende Bälle torgefährliche Situationen.

Der Mannschaft fehlt noch der große Wille

In der Nachspielzeit konnte de Roeck eine Kerze im Strafraum (abgeblockter Schuss von Hain) aus vier Metern mit wuchtigem Kopfstoß zum 2:0 verwerten (46.+1). In der zweiten Halbzeit zeigte der FCA wenig Initiative und versuchte sich im Konterspiel. Der Tabellenvorletzte war in weiten Phasen die spielbestimmende Mannschaft, allerdings ohne den FCA ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Dennoch führte die nachlässige Spielweise der Augsburger zu zwei Großchancen der Frankfurter in der Schlussphase. In der zweiten Halbzeit war gestern Abend deutlich zu erkennen, dass der FCA mit zuviel Kopf und zu wenig Herz spielt. Man kann den Mannen um Jos Luhukay eigentlich wenig vorwerfen. Es schleichen sich zwar im Lauf des Spiels im Mittelfeld zusehends Schlampigkeiten im Defensivverhalten ein, doch die Spielorganisation und auch die kämpferische Einstellung der Spieler ist in Ordnung. Dennoch fehlt der Mannschaft insgesamt noch die Leidenschaft und der große Wille, die Glut, deren zündender Funke die Stadt in Aufstiegsfieber versetzen könnte. Am kommenden Samstag wird der FCA gegen den TSV 1860 München in der Allianz-Arena in dieser Saison vom eigenen Anhang erstmalig unter Druck gesetzt. Das Derby verlangt Leidenschaft. „Alles andere als ein Sieg wird nicht akzeptiert“, war auf einem Transparent im Fan-Block zu lesen.

Siegfried Zagler

Startaufstellung FCA: Jentzsch, Reinhardt, de Roeck, Möhrle, Buck, Brinkmann, Sinkala, M. Ndjeng, Hain, Traore, Thurk.