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Freitag, 24.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Corona-Pandemie: Uniklinik Augsburg überlastet

Die Zahl der Corona-Patienten in Augsburgs Universitätsklinik ist besorgniserregend, auch wegen eines Infektionsgeschehens innerhalb der Klinik.

Foto: © Kleeblatt-Film

Aufgrund der Überlastung durch Coronapatienten wurde an der Augsburger Universitätsklinik ein Aufnahmestopp für alle Patienten verhängt, die nicht zwingend sofort behandelt werden müssen. Auch ambulante Eingriffe finden nicht mehr statt. Nur so könne noch gewährleistet werden, dass die Kapazitäten auf den Intensivstationen und den Covid-19-Normalstationen nicht „überstrapaziert“ werden, so Prof. Michael Beyer, Ärztlicher Direktor des Hauses.

Am Mittwochmorgen wurden an der Uniklinik 159 Corona-Patienten und Verdachtsfälle behandelt. So viele wie noch nie. Die Situation ist dort besonders dramatisch: Nicht nur, weil weiterhin Corona-Patienten ins Klinikum eingeliefert werden, sondern auch deshalb, weil sich innerhalb des Klinikums Patienten mit dem Virus infizierten. Auf mehreren normalen Stationen gab es Ausbrüche, infizierten Patienten mussten in die Corona-Abteilungen verlegt werden. Die Situation sei dadurch „extrem angespannt“, so Oberarzt Dr. Oliver Spring in einer Pressemitteilung der Klinik.

Die Anzahl der Corona-Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden, liegt seit Anfang November nahezu konstant bei über 30.

“In einem internen Rundschreiben teilte Prof. Michael Beyer Ende vorige Woche mit, dass es maximal 42 Betten für Corona-Intensivpatienten gebe, der Puffer also sehr klein sei. Auch die Situation im Intensivbereich für Nicht-Corona-Patienten bezeichnet Beyer in dem internen Lagebericht als „katastrophal“. Nur „mühsam“ habe man pro Tag ein bis zwei Intensivpatienten zu- beziehungsweise abverlegen können”, so wird Beyer von der Augsburger Allgemeinen zitiert.

Der Intensivmediziner Dr. Oliver Spring hebt hervor, dass die meisten Verläufe der intensivmedizinisch versorgten Covid-19-Patienten an der Uniklinik derzeit schwer seien – schwerer als während der ersten Welle im Frühjahr. „Wir haben deutlich mehr junge Patienten im Vergleich zur ersten Welle, die heute um ihr Leben kämpfen“, so Spring. „Sie sind um die 30, um die 40, haben keinerlei Vorerkrankung und führen diesen Kampf manchmal auch erfolglos.“