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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Brechtfestival startet mit „Fatzer“

„Der Fatzer« ist ein Fragment. Brecht hat den Text jahrelang immer wieder überarbeitet und es 1932 schließlich aufgegeben – wirklich losgelassen hat ihn dieser nie. Es heißt, er hielt den Text für »unaufführbar.“ (Heiner Müller)
Dass er inzwischen dennoch aufgeführt wird, ist Heiner Müller zu verdanken. Für ihn war der Fatzer ein »Jahrhunderttext«. Müller hat sich dem umfangeichen Material angenommen und 1978 eine Bühnenfassung daraus gemacht. Und zwar in einem geradezu physischen Aushandlungsprozess: »Ich habe in dem Zimmer, in dem ich gearbeitet habe, die vierhundert Seiten ausgebreitet, bin dazwischen herumgelaufen und habe gesucht, was zusammenpasst. Ich habe auch willkürliche Zusammenhänge hergestellt, an die Brecht nicht denken konnte, ein Puzzle-Spiel.« Müller las zahlreiche Bezüge aus dem Text – quer durch die deutsche Geschichte und die des Humanismus – und landete schließlich auch bei der RAF. Wir sind gespannt, wie Regisseur Christian von Treskow den Text interpretiert.
Die Premiere seiner Inszenierung von »Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer« am Theater Augsburg eröffnet am 23.2. im martini-Park das Brechtfestival 2018.


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