Aufgestellt und ausgegrenzt: Neue Ausstellung beleuchtet jüdisches Sportleben
Ab dem 11. September zeigt eine Wanderausstellung im Viermetzhof des Maximilianmuseums die Lebenswege jüdischer Sportlerinnen und Sportler aus Bayerisch-Schwaben. Die Werkschau entstand in Kooperation zwischen der Universität Augsburg, dem Jüdischen Museum, dem FC Augsburg und den Kunstsammlungen.
Von Bruno Stubenrauch
Heinz Landmann schießt für die Jugendmannschaft der PTGA im Spiel gegen München ein Tor. Augsburg, um 1935. (Bild: Sammlung Gernot Römer, Jüdisches Museum Augsburg Schwaben)Sportvereine boten schon im 19. und frühen 20. Jahrhundert wichtigen gesellschaftlichen Zusammenhalt – auch für Jüdinnen und Juden in Augsburg und Region. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 endete diese selbstverständliche Teilhabe jedoch abrupt: Jüdische Mitglieder wurden systematisch aus ihren Vereinen ausgeschlossen. Zuflucht bot oft nur noch die Private Tennisgesellschaft Augsburg (PTGA), die bis zuletzt einen geschützten Raum für Gemeinschaft bewahren konnte.
Die Ausstellung „Aufgestellt und ausgegrenzt“ spürt diesen Biografien nach und blickt zugleich in die Gegenwart. Am Beispiel des FC Augsburg wird thematisiert, wie Sportvereine heute Verantwortung übernehmen und Erinnerungskultur als festen Bestandteil ihrer Vereinsarbeit verankern.
Studentisches Forschungsprojekt
Erarbeitet wurden die Inhalte im Rahmen eines Praxisseminars von Studierenden der Universität Augsburg in enger Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum und dem FC Augsburg, der für die Recherchen sein Vereinsarchiv öffnete. Die Schau wird gefördert durch den PFiFF-Pool des Bundesliga e. V. sowie den Förderverein des Jüdischen Kulturmuseums.
Erste Station der Wanderausstellung ist vom 11. September bis 15. November 2026 der Viermetzhof im Maximilianmuseum (Fuggerplatz 1). Der Eintritt ist frei. Kostenlose öffentliche Führungen finden am 20. September, 13. Oktober und 15. November jeweils um 16:00 Uhr statt (Anmeldung erforderlich per E-Mail an empfang@jmaugsburg.de oder telefonisch unter 0821 513611).
