24-Stunden-Protest vor Kultusministerium – Zeugnistag wird zum Protesttag
München/Augsburg – Am letzten Schultag vor den Sommerferien will die Bayerische Schüler*innenbewegung ein Zeichen setzen: Von Donnerstag, 30. Juli, 10 Uhr, bis Freitag, 31. Juli, 10 Uhr, plant sie nach eigenen Angaben einen 24-stündigen Dauerprotest vor dem Kultusministerium in München.
Von Bruno Stubenrauch

Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. Am Freitag erhalten nach Angaben der Veranstalter rund 1,8 Millionen Schülerinnen und Schüler in Bayern ihre Jahreszeugnisse. Das Kultusministerium hatte zuletzt ähnliche Größenordnungen gemeldet.
Rund 45.000 Schüler in Augsburg betroffen
Das Thema betrifft auch Augsburg unmittelbar: Nach dem aktuellen „Statistik kommunal 2025“ des Bayerischen Landesamtes für Statistik besuchen im Schuljahr 2024/25 rund 30.105 Kinder und Jugendliche allgemeinbildende Schulen in Augsburg – 15.226 an Grund- und Mittel-/Hauptschulen, 4.339 an Realschulen und 7.599 an Gymnasien. Mit den beruflichen Schulen sind es insgesamt rund 45.000 junge Menschen, die am Freitag ebenfalls ihr Zeugnis bekommen.
Vor dem Ministerium soll laut Mitteilung ein öffentlich zugänglicher Protestort mit Tischen und Stühlen entstehen, an dem sich Schüler organisieren, Plakate gestalten und über das Schulsystem diskutieren wollen.
Kritik an Leistungsdruck
Die Bewegung begründet die Aktion mit Kritik am Bewertungssystem. Der Zeugnistag stehe wie kein anderer für psychische Belastung und Leistungsdruck. In der Mitteilung ist von einem „System des Drucks“ die Rede, in dem zukunftsorientierte und faire Prüfungsformate fehlten.
Die Initiative will dem Ministerium symbolisch ein eigenes „Zeugnis für das bayerische Schulsystem“ ausstellen – bewertet werden sollen etwa Chancengerechtigkeit, psychische Gesundheit und Mitbestimmung. Hintergrund ist unter anderem die Petition „Schluss mit Abfragen und Exen!“, die nach Angaben der Gruppe von mehr als 50.000 Menschen unterzeichnet, vom Landtag aber abgelehnt wurde.