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Dienstag, 28.07.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

24-Stunden-Protest vor Kultus­ministerium – Zeugnistag wird zum Protesttag

München/Augsburg – Am letzten Schultag vor den Sommer­ferien will die Bayerische Schüler*innen­bewegung ein Zeichen setzen: Von Donners­­tag, 30. Juli, 10 Uhr, bis Freitag, 31. Juli, 10 Uhr, plant sie nach eigenen Angaben einen 24-stündigen Dauer­protest vor dem Kultus­mini­sterium in München.

Von Bruno Stubenrauch

Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. Am Freitag erhalten nach Angaben der Ver­anstalter rund 1,8 Milli­onen Schüle­rinnen und Schüler in Bayern ihre Jahres­zeugnisse. Das Kultus­mini­sterium hatte zuletzt ähnliche Größen­ordnungen gemeldet.

Rund 45.000 Schüler in Augsburg betroffen

Das Thema betrifft auch Augsburg unmittelbar: Nach dem aktuellen „Statistik kommunal 2025“ des Baye­rischen Landes­amtes für Statistik besuchen im Schuljahr 2024/25 rund 30.105 Kinder und Jugend­liche allge­mein­bildende Schulen in Augsburg – 15.226 an Grund- und Mittel-/Haupt­schulen, 4.339 an Real­schulen und 7.599 an Gymnasien. Mit den beruflichen Schulen sind es insgesamt rund 45.000 junge Menschen, die am Freitag ebenfalls ihr Zeugnis bekommen.

Vor dem Ministerium soll laut Mitteilung ein öffent­lich zugäng­licher Protestort mit Tischen und Stühlen entstehen, an dem sich Schüler organi­sieren, Plakate gestalten und über das Schulsystem disku­tieren wollen.

Kritik an Leistungsdruck

Die Bewegung begründet die Aktion mit Kritik am Bewertungs­system. Der Zeugnis­tag stehe wie kein anderer für psychi­sche Belastung und Leistungs­druck. In der Mitteilung ist von einem „System des Drucks“ die Rede, in dem zukunfts­orien­tierte und faire Prüfungs­formate fehlten.

Die Initiative will dem Ministerium symbolisch ein eigenes „Zeugnis für das baye­rische Schul­system“ aus­stellen – bewertet werden sollen etwa Chancen­gerech­tig­keit, psychi­sche Gesundheit und Mit­bestimmung. Hintergrund ist unter anderem die Petition „Schluss mit Abfragen und Exen!“, die nach Angaben der Gruppe von mehr als 50.000 Menschen unter­zeichnet, vom Landtag aber abgelehnt wurde.