ÖDP startet Protestaktion gegen Agrar-Gentechnik
Am vergangenen Samstag hat der Landeshauptausschuss der ÖDP in Augsburg eine landesweite Kampagne gegen die Neuregelung der grünen Gentechnik initiiert. Im Zentrum der Kritik steht das Verhalten der CSU auf europäischer Ebene im Vergleich zur bayerischen Gesetzgebung.
Von Bruno Stubenrauch
Stadtrat Christian Pettinger (vorne 3. von links) gab in Augsburg zusammen mit den ÖDP-Chefs Agnes Becker und Tobias Ruff (1. und 2. Reihe rechts) das Startsignal für eine Protestaktion gegen die Zulassung der Agrar-Gentechnik (Foto: Kauer)Unter der Leitung des Augsburger Stadtrats Christian Pettinger kam der Landeshauptausschuss der ÖDP am Samstag, den 27. Juni, im Hotel am Alten Park zusammen. Die Delegierten nutzten die Versammlung in der nordschwäbischen Metropole, um den offiziellen Startschuss für eine parteieigene Protestaktion zu geben. Die Kampagne richtet sich gezielt gegen die von der EVP-Fraktion im Europaparlament vorangetriebene Liberalisierung der sogenannten neuen grünen Gentechnik.
Widerspruch zum bayerischen Naturschutzgesetz
Die ÖDP sieht in den Beschlüssen auf europäischer Ebene einen klaren Bruch mit bestehendem Landesrecht in Bayern. Seit dem erfolgreichen Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ verankert das Naturschutzgesetz des Freistaates ein striktes Verbot von Agrar-Gentechnik auf bayerischen Anbauflächen. Nach Auffassung der Partei verstoßen die europapolitischen Weichenstellungen der CSU gegen den erklärten Willen der heimischen Bevölkerung.
Kritisiert wird dabei insbesondere das Agieren des CSU-Europapolitikers Manfred Weber. Die Parteispitze wirft der Christlich-Sozialen Union vor, in Brüssel entgegen den selbst formulierten bayerischen Interessen zu stimmen und den im Freistaat gesetzlich verankerten Artenschutz zu schwächen.
Banner-Aktion in zahlreichen Landkreisen
Als Reaktion auf diese Entwicklung kündigten die ÖDP-Vorsitzenden Agnes Becker und Tobias Ruff den Start einer flächendeckenden Informationskampagne an. In zahlreichen bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten sollen in den kommenden Wochen Aktionsbanner aufgestellt werden. Diese tragen die Kernfrage: „Ist Manfred Weber gesetzestreu?“.
Die Aktion soll die Debatte über den Stellenwert des regionalen Naturschutzes im Verhältnis zu europäischer Agrarrichtlinien weiter in die Öffentlichkeit tragen. Der Augsburger Parteitermin markiert hierbei den logistischen und strategischen Auftakt für die kommenden Aktivitäten der ÖDP im gesamten Freistaat.