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Donnerstag, 11.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Wasser als Lebensraum, Kulturstoff und Politikum

Kostenfreie Vortragsreihe im Welterbe-Infozentrum

Das UNESCO-Welterbe-Büro der Stadt Augsburg lädt im Juni und Juli zu drei kostenlosen Abend­vorträgen ein. Unter dem Titel „Wasser im Kontext“ beleuchten Exper­tinnen und Experten der Uni­versität Augsburg das Thema Wasser aus literatur- und kultur­wissen­schaft­licher, histo­rischer und politi­scher Per­spektive – jeweils dienstags von 18 bis 19 Uhr am Rathausplatz.

Von Bruno Stubenrauch

Das Welterbe-Infozentrum bei Nacht (Foto: DAZ)

Augsburgs UNESCO-Welterbe ist untrennbar mit dem Thema Wasser verbunden – kein Wunder also, dass das Welterbe-Büro der Stadt nun eine Vortrags­reihe widmet, die weit über Kanäle und Wasserwerke hinaus­blickt. In Koopera­tion mit der Uni­versität Augsburg rückt „Wasser im Kontext“ das nasse Element ins Zentrum von Literatur, Geschichte und politi­schem Denken. Drei Dienstag­abende, kein Eintritt, keine Anmeldung.

Moore, Schutz und das Erbe von Otto Kraus

Den Auftakt macht am Dienstag, 9. Juni, Simone Müller, Professorin für Globale Umwelt­geschichte und Environ­mental Humanities an der Uni­versität Augsburg. Ihr Vortrag begleitet den Natur­schützer Otto Kraus durch die Geschichte des baye­rischen Moor­schutzes – von der Torf­gewinnung und den Trocken­legungen ver­gangener Jahr­hunderte bis hin zu den Schutz­maßnahmen der 1980er Jahre. Dabei stellt sich auch die aktuelle Frage: Wie wird Naturschutz heute sichtbar – und wie wird er vermittelt?

Wenn Wasser Sprache wird

Am 16. Juni nimmt Katja Sarkowsky, Professorin für Amerika­nistik an der Uni­versität Augsburg, das Publikum mit in die Welt der englisch­sprachigen Gegen­warts­literatur. Unter dem Titel „Wortflüsse“ fragt sie, wie Wasser nicht nur als Motiv, sondern als materi­elle Wirklich­keit die Literatur prägt – und wie die physische Qualität des Wassers Sinn­stiftung und ästheti­sche Form beein­flusst. Ein Vortrag an der Schnitt­stelle von Kultur­wissen­schaft und Ökologie.

Venedig: Eine Stadt, die ihr Wasser zur Festung machte

Den Abschluss bildet am Dienstag, 7. Juli, Marcus Llanque, Professor für Politi­sche Theorie an der Uni­versität Augsburg. Er erzählt von der Republik Venedig und davon, wie das Wasser dort nicht nur Stadt­graben war, sondern Handelsraum, Machtmittel und Identität. Die Lagunen­stadt als politi­sches Phänomen – eine Geschichte, die bis heute fasziniert.

Alle drei Vorträge finden im Welterbe-Info­zentrum am Rathaus­platz statt, der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforder­lich. Weitere Infor­mationen und Details gibt es auf wassersystem-augsburg.de unter „Neues – Termine“.