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Dienstag, 26.05.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Auf WM-Kurs: Deutsches Kanu-Team trainiert in Oklahoma City

Das deutsche Kanu-Slalom-Nationalteam hat seine Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften im Juli auf Hochtouren gebracht – und das buchstäblich im Wildwasser: Zehn Tage lang trainierten die Athletinnen und Athleten auf der RIVERSPORT Rapids in Oklahoma City, genau jener Strecke, auf der vom 20. bis 25. Juli die WM-Titel vergeben werden.

Von Bruno Stubenrauch

Sideris Tasiadis auf der RIVERSPORT Rapids im Canadier
(Foto: DKV / Björn Lentföhr)

Es war ein Sprung ins kalte – beziehungsweise ins reißende Wasser: Für alle deutschen Sportlerinnen und Sportler war das Trainingslager vom 12. bis 21. Mai die allererste Begegnung mit dem anspruchsvollen Kurs in Oklahoma City. Die künstliche Wildwasseranlage im Boathouse District der US-amerikanischen Stadt gilt als eine der modernsten der Welt – internationale Wettkampferfahrung auf dieser Strecke gab es bislang kaum.

Nur 14 Trainingseinheiten standen zur Verfügung, um Strömungen, Kehrwasser und Torpositionen zu verinnerlichen. Ein enger Zeitplan – und das bei hohem Druck. „Es ist immer spannend, eine neue Strecke zu entdecken. Man weiß vorher nie genau, welche Linien funktionieren“, sagte Ricarda Funk.

Olympia 2028 im Blick

Ein besonderer Reiz des Lehrgangs: Die RIVERSPORT Rapids werden 2028 auch Austragungsort der olympischen Wettbewerbe im Kanu-Slalom und Kayak-Cross sein. Für das Team also eine frühe Gelegenheit, die spätere Olympiastrecke kennenzulernen. „Das gibt dem Lehrgang schon einen gewissen Druck“, sagte Sideris Tasiadis – und schmunzelte dabei.

Stefan Hengst beschrieb die besondere Herausforderung künstlicher Kurse: Viele Passagen sähen auf den ersten Blick ähnlich aus, natürliche Orientierungspunkte fehlten. Es brauche mehrere Einheiten, bis man wirklich verinnerlicht habe, wo welche Technik gefragt sei.

Mehr als nur Training

Neben dem intensiven Wasserprogramm nutzten die Athletinnen und Athleten ihre freien Stunden, um Oklahoma City zu entdecken – vom kreativen Plaza District über eine Cowboyhutmanufaktur bis zum Jim Thorpe Museum. „Wir trainieren hier auf hohem Niveau und erleben gleichzeitig eine Stadt, die uns unglaublich herzlich empfängt“, schwärmte Andrea Herzog.

Die Weltmeisterschaften Mitte Juli werden zeigen, ob sich die aufwendige Reise ausgezahlt hat – und ob das frühe Kennenlernen der Strecke den entscheidenden Vorsprung bringt.