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Donnerstag, 10.11.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

FCA verschenkt gegen Leipzig nach großartigem Kampf zwei Punkte

Der FC Augsburg und RB Leipzig trennen sich in der Augsburger WWK-Arena vor 25.100 Zuschauern mit 3:3. Die Tore des FCA erzielten Mergim Berisha per Foulelfmeter (34.), Demirovic (51.)  und Vargas (64.). Für Leipzig waren Silva (72.), Nkunku (89.) und Novoa (90.) erfolgreich.

Nach der Niederlage gegen die Bayern am Mittwoch tauscht FCA-Trainer Enrico Maaßen nur eine Position: Für den verletzten Gumny rückt Berisha in die Startelf. Pedersen wird dafür tief verteidigen. Bei den Sachsen sitzt Superstar Nkunku nach seiner Hand-OP auf der Bank. Auch Olmo befindet sich nach einer langen Zwangspause wieder im Kader. Fehlen werden den Sachsen darüber hinaus Halstenberg und Werner.

In den ersten zehn Minuten ist der FCA das aktivere Team mit mehr Spielanteilen, ohne jedoch zu erwähnenswerten Abschlüssen zu kommen. Leipzig stört früh und lauert auf Konter. Die Augsburger spielen deutlich zu ungenau nach vorne, auch die Sachsen bringen keine gefährlichen Anspiele in den Strafraum der Gastgeber, was mit der gut gestaffelten FCA-Abwehr zu tun hat. Auch wenn das intensive Spiel nickeliger wird, es findet in der Hauptsache zwischen den beiden Strafräumen statt. Torgefahr geht von keiner Mannschaft aus, auch wenn der FCA optional stärker wirkt. So setzt sich Iago in der 26. Minute rechts außen an der Grundlinie im Strafraum durch, doch seine Flanke ist zu lang getimt und fliegt über Freund und Feind. 

Kurz darauf die erste Topchance: Leipzigs Forsberg spielt einen klassischen Doppelpass mit Szoboszlai und kommt frei vor Koubek an den Ball, den Koubek in großartiger Manier zur Ecke lenkt. Die daraus folgende Ecke geht ins Nichts.

In der 30. Minute kommt Demirovic frei aus 19 Metern frei zum Schuss und schießt dabei Orban in den Rücken, von dem der Ball über das Tor prallt.

Kurz darauf wird Vargas scharf und flach angespielt, David Raum spritzt dazwischen und erwischt Ruben Vargas an der Kniekehle. Ein glasklarer Elfer, den Mergim Berisha souverän verwandelt (35.). Die FCA-Führung gibt der Spielverlauf her. In der 42. Minute vergibt Demirovic gar das 2:0. Nach einer flachen Hereingabe von Berisha von rechts außen spritzt er kurz vor dem Tor an den Ball, den er jedoch zu schwach ablenkt. Die knappe Halbzeitführung des FCA kann man als verdient bezeichnen. Mit mehr Zug zum Tor wurden seitens des FCA mehr Torchancen kreiert – auch sieht man bei den Augsburgern mehr Willen und Verbissenheit bei den Zweikämpfen.

Der FCA nimmt direkt nach der Pause volle Fahrt auf und unterbindet hellwach und handlungsschnell jede Offensivaktion von Leipzig. Dafür werden die Brechtstädter mit dem 2:0 belohnt: Eine Ecke landet am Fünfer beim freistehenden Demirovic, der mit dem Kopf mühelos verwandelt (51.). Kurz darauf hat Demirovic das 3:0 auf dem Fuß, wird aber in letzter Sekunde geblockt. Der FCA ist nun deutlich besser als Leipzig. Leipzigs Trainer Marco Rose reagiert und bringt Christopher Nkunku für Poulsen und Haidara für Kampl (59.). 

Edeltechniker Nkunku kann zunächst nur staunen, wie Ruben Vargas einen ruhenden Ball in weltklasse Manier mitnimmt und aus dem Lauf die Kugel im langen Eck versenkt (64.). Drei zu Null für den FCA gegen das hochgehandelte Leipzig! Das Publikum ist aus dem Häuschen.

In der 66. Minute  begeht Iago den Fehler nach einem Foul auch noch zu rempeln. Schlager nimmt das Geschenk an und wälzt sich auf dem Boden. Schiedsrichter Robert Schröder zückt für beide Aktionen Gelb, weshalb Iago vom Platz muss und gegen Stuttgart fehlt. Nkunku bringt nun Struktur ins Leipziger Spiel. Und der FCA verteidigt nur noch tief und drischt jeden Ball einfach weg.

Die Folge ist zählbar! Leipzig kommt zum Anschlusstreffer: Orban lässt am Strafraum für Szoboszlai liegen, der klug in den Strafraum zum völlig freien Silva passt, der keine Mühe hat zu verwandeln. Der Platzverweis und die Anwesenheit von Nkunku macht die vorher schwachen Sachsen plötzlich zu Riesen.

Nun rollt eine Angriffswelle nach der anderen Richtung FCA-Tor und in der 89. Minute kommt Leipzig durch einen direkt verwandelten Freistoß von Nkunku zum 2:3 (89.). Und kurz darauf mit dem Doppelschlag zum Ausgleich: Silva kann aus spitzem Winkel abschließen: Koubek kommt gerade noch an den Ball, der zur Mitte prallt, wo der eingewechselte Caligiuri nicht durchläuft, weshalb Novoa den 3:3-Endstand problemlos herstellt (90.). 

Was für ein wildes Spiel! Leipzig will jetzt mit aller Macht den Sieg, kommt aber zu keiner weiteren Torszene mehr.

Am Ende verschenkt der FCA auf dumme Weise zwei Punkte, weil er nach dem Platzverweis seine Struktur verliert, nur noch auf Ergebnis spielt, wie eine Handballmannschaft um den Strafraum herum verteidigt und nach vorne keine Entlastung mehr generiert. Bis zum Platzverweis spielte der FCA herausragend, durfte aber am Ende froh sein das Spiel nicht zu verlieren. 

Am kommenden Samstag, den 29. Oktober sind die Augsburger in Stuttgart zu Gast (15.30 Uhr).

Startelf FCA: Koubek – Pedersen, M. Bauer, Gouweleeuew, Iago – Gruezo, Rexhbecaj, Vargas, Pedersen – Niederlechner, Demirovic.