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Donnerstag, 26.05.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Bundesliga

FCA verliert hilflos in Leipzig – und hält nach einer enttäuschenden Saison die Liga

Für den FC Augsburg gab es bereits vor dem Anpfiff in Leipzig ein Highlight: Stuttgart spielte in München unentschieden, womit feststand, dass der FCA auch im nächsten Jahr der Bundesliga angehören wird. Es sollte für die Augsburger das einzige Highlight des Abends bleiben. Sang- und klanglos verlor der FCA chancenlos mit 4:0. Mit dem Ergebnis konnte ein passiv auftretender FCA noch zufrieden sein. Die Tore der Leipziger erzielten Silva (40.),  Nkunku (48./57.) und Forsberg per Foulelfmeter (65.).

Von Siegfried Zagler

Die Höhe der Niederlage geht auch deshalb in dieser Höhe in Ordnung, weil der FCA wie gewohnt nach vorne wenig zustande brachte und in der Defensive gegen die gut aufgelegten wie spielstarken Leipziger einen schweren Stand hatte. Mehr sollte man zu diesem Spiel nicht sagen.

In der Fußballbundesliga sind am 33. Spieltag wichtige Vorentscheidungen gefallen. Neben Fürth steht mit Bielefeld der zweite Direktabsteiger vor dem letzten Spieltag ziemlich sicher fest. Nur im Falle eines hohen Heimsieges gegen Leipzig und einer zeitgleichen hohen Heimniederlage des VfB gegen Köln könnte Bielefeld noch den Relegationsplatz erreichen.

Wahrscheinlicher ist dagegen, dass der VfB Stuttgart am letzten Spieltag gegen Köln gewinnt und Hertha BSC Berlin in Dortmund verliert. In diesem Fall müssten die Berliner in die Relegation und Stuttgart wäre gerettet. Köln könnte aber bei einem Sieg in Stuttgart in letzter Sekunde noch Union abfangen und einen Europa League-Platz erreichen. Was nur möglich wäre, würden die Köpenicker zu Hause gegen Bochum verlieren.

Dem FC Augsburg können Rechenspiele dieser Art „wurscht“ sein. Mit 35 Punkten halten die Augsburger zum 11. Mal in Folge die Klasse und empfangen zu Saisonfinale den Tabellenletzten Fürth. Sollte der FCA dieses Spiel gewinnen, würde er bereits zum 4. Mal mit 38 Punkten nicht absteigen. In der letzten wie vorletzten Saison holten die Augsburger nur jeweils 36 Punkte.

In den zurückliegenden Wochen erkämpfte sich der FCA eine gute Position im Kampf gegen den Abstieg: Die Siege gegen den VfL Wolfsburg (3:0), Mainz 05 (2:1) und den VfL Bochum (2:0) sorgten für ein Polster, weshalb er zuletzt dreimal ungestraft verlieren durfte – gegen Hertha BSC gegen Köln und gegen Leipzig.

FCA enttäuscht seinen Anhang – Pepi-Transfer bleibt unverständlich

Es spielt bezüglich des Saison-Resümees keine Rolle wie der FCA sein letztes Heimspiel am kommenden Samstag gestaltet. Wenn man die beiden Vorrunden-Siege gegen Bayern und Stuttgart ausklammert, gelang es dem FCA kaum, seine Anhängerschaft zu begeistern. Viel zu fahrig und strukturlos wurden die FCA-Spiele nach vorne gestaltet. In kämpferischer Hinsicht kann man der Augsburger Mannschaft nicht viel vorwerfen, auch wenn es einige Partien gab, in denen sie nicht richtig in die Zweikämpfe kamen. Zu wechselhaft waren die Leistungen, auf ein ordentliches Spiel folgte meist ein schlechtes. Hinzu kommt als weitere negative Belastung, dass der FCA für 16 Millionen Euro einen Spieler im Winter verpflichtete, dem man beim besten Willen nicht ansieht, wie er dem FCA weiterhelfen könnte.

Vermutlich wird der Vertrag mit Markus Weinzierl demnächst verlängert, vermutlich gibt Stefan Reuter für die 12. Saison das Ziel Klassenerhalt aus und vermutlich wird der FCA wieder 36 bis 38 Punkte holen. In der kommenden Saison wird der FC Bayern sehr wahrscheinlich zum 11. Mal in Folge Meister und der FCA zum 12. Mal in Folge nicht absteigen. Auf die beiden bayerischen Bundesligavereine kann man bauen, auch wenn es dabei langsam langweilig wird.