WSA weist Antisemitismus-Vorwürfe zurück – Abmahnung gegen Bürgermeisterin Wild
Die Bürgervereinigung „Wir sind Augsburg“ (WSA) weist Antisemitismus-Vorwürfe der Augsburger Bürgermeisterin Martina Wild zurück und fordert eine Entschuldigung. Hintergrund ist ein Interview Wilds in einer Wahlsendung von a.tv am 8. März1), in dem sie WSA indirekt als „antisemitisch“ und „verfassungsfeindlich“ bezeichnet hat.
Von Bruno Stubenrauch
Martina Wild (Mitte) am Wahlabend im Moritzsaal (Foto: DAZ)
Der WSA-Vorsitzende Peter Grab kritisierte die Aussagen scharf und bezeichnete sie als unbegründete Pauschalvorwürfe. Solche Äußerungen könnten für Mitglieder des Vereins auch persönliche oder berufliche Konsequenzen haben. Zudem sei es besonders problematisch, dass unter den Mitgliedern auch Menschen mit jüdischem Hintergrund oder familiären Bezügen zur Zeit des Holocaust seien.
Nachdem bislang keine Entschuldigung erfolgt sei, habe der Verein nun rechtliche Schritte eingeleitet, so WSA am Dienstag. Nach Angaben von WSA wurde über einen Anwalt eine Abmahnung wegen „ehrverletzender und unwahrer Tatsachenbehauptungen“ an Wild verschickt.
Die Bürgervereinigung fordert weiterhin, dass die Dritte Bürgermeisterin ihre Aussagen zurücknimmt und sich bei den Mitgliedern entschuldigt. Zudem hatte WSA bereits am Montag den Rücktritt Wilds verlangt.
(ab 1:41:26)
Andrea Horn, a.tv: „Werden die Grünen eine Wahlempfehlung für einen Kandidaten, für eine Kandidatin abgeben?“
Martina Wild: „Nein, das werden wir sicherlich nicht. Die SPD unter Florian Freund hat ein Bündnis mit WSA geschmiedet, wo wir klar und deutlich formuliert haben, wir sind gegen Antisemiten und Antisemitinnen, gegen Verfassungsfeindinnen und Verfassungsfeinde. Und deshalb werden wir hier keine Stichwahlempfehlung als Grüne abgeben.“
