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Dienstag, 17.03.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

WSA weist Anti­semi­tismus-Vorwürfe zurück – Abmahnung gegen Bürger­meisterin Wild

Die Bürgervereinigung „Wir sind Augsburg“ (WSA) weist Anti­semi­tismus-Vorwürfe der Augsburger Bürger­meisterin Martina Wild zurück und fordert eine Ent­schuldi­gung. Hintergrund ist ein Interview Wilds in einer Wahlsendung von a.tv am 8. März1), in dem sie WSA indirekt als „anti­semitisch“ und „verfassungs­feindlich“ bezeichnet hat.

Von Bruno Stubenrauch

Martina Wild (Mitte) am Wahlabend im Moritzsaal (Foto: DAZ)

Der WSA-Vorsitzende Peter Grab kritisierte die Aussagen scharf und bezeichnete sie als unbe­gründete Pauschal­vorwürfe. Solche Äußerungen könnten für Mitglieder des Vereins auch persön­liche oder beruf­liche Konse­quenzen haben. Zudem sei es besonders proble­matisch, dass unter den Mit­gliedern auch Menschen mit jüdischem Hinter­grund oder familiären Bezügen zur Zeit des Holocaust seien.

Nachdem bislang keine Entschuldigung erfolgt sei, habe der Verein nun rechtliche Schritte einge­leitet, so WSA am Dienstag. Nach Angaben von WSA wurde über einen Anwalt eine Abmahnung wegen „ehr­ver­letzender und unwahrer Tatsachen­behauptungen“ an Wild verschickt.

Die Bürgervereinigung fordert weiterhin, dass die Dritte Bürger­meisterin ihre Aussagen zurücknimmt und sich bei den Mit­gliedern ent­schuldigt. Zudem hatte WSA bereits am Montag den Rücktritt Wilds verlangt.


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Andrea Horn, a.tv: „Werden die Grünen eine Wahlempfehlung für einen Kandidaten, für eine Kandidatin abgeben?“

Martina Wild: „Nein, das werden wir sicherlich nicht. Die SPD unter Florian Freund hat ein Bündnis mit WSA geschmiedet, wo wir klar und deutlich formuliert haben, wir sind gegen Antisemiten und Anti­semitinnen, gegen Verfassungs­feindinnen und Verfassungs­feinde. Und deshalb werden wir hier keine Stich­wahl­empfehlung als Grüne abgeben.“