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Mittwoch, 04.03.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

... AUSGELEUCHTET

Was ist ein Klimabaum?

Angesichts des Klimawandels und einer wachsenden Zahl von Hitzetagen mit Tempera­turen über 30 °C gewinnen Bäume für das Stadtklima – gerade in Großstädten wie Augsburg – zunehmend an Bedeutung. In diesem Zusammen­hang fällt immer häufiger der Begriff „Klimabaum“. Dies führt zur Frage:

Was ist ein Klimabaum?

Ausgeleuchtet:

„Klimabaum“ ist ein Sammelbegriff für besonders klima­resiliente Baumarten, die zugleich einen über­durch­schnitt­lichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.



En détail:

Ein Klimabaum ist keine eigene botanische Gattung, sondern ein Sammel­begriff für Baumarten, die mit den Heraus­forderungen des Klimawandels besonders gut zurecht­kommen und zugleich zentrale öko­logische Funktionen erfüllen.

Er ist gewissermaßen ein „Zukunftskünstler“ unter den Bäumen: eine Art, die nicht nur extremen Stress durch Hitze und Trocken­heit übersteht, sondern darüber hinaus einen über­durch­schnitt­lichen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

1. Klimaresilienz

Damit ein Baum als klimaresilient gilt, muss er über bestimmte Eigen­schaften verfügen:

  • Hitzetoleranz: Er verträgt dauerhaft Tempera­turen von über 30 °C, ohne dass Blätter Schaden nehmen oder der Stoff­wechsel beein­trächtigt wird.
  • Trockenresistenz: Längere Dürreperioden übersteht er dank tief­reichender Wurzeln oder einer besonders effi­zienten Wasser­verwertung.
  • Frosthärte: Trotz steigender Durch­schnitts­temperaturen muss er mit mittel­euro­päischen Wintern und Spätfrösten zurechtkommen.
  • Resistenz gegen Schädlinge: Er zeigt sich wider­stands­fähig gegenüber Krankheiten und Schäd­lingen, die sich infolge milder Winter stärker ausbreiten.

2. Ökologische Funktionen

Klimabäume wirken wie natürliche Klimaanlagen und sind daher ein zentrales Element moderner Hitze­aktionspläne.

  • CO₂-Speicherung: Sie binden besonders effizient Kohlen­dioxid aus der Atmosphäre und tragen so zur Minderung des Treib­haus­effekts bei. Als Klimabäume gelten in diesem Zusammen­hang vor allem Arten, die im aus­ge­wach­senen Zustand jährlich mindestens 15 bis 30 Kilogramm CO₂ aufnehmen können.
  • Kühlung & Mikroklima: Durch Schattenwurf und Ver­dunstungs­kälte regulieren sie die Umgebungs­temperatur – ein ent­scheiden­der Faktor insbe­sondere in dicht bebauten Städten.
  • Luftreinigung: Sie filtern Feinstaub aus der Luft und produ­zieren lebens­not­wendigen Sauerstoff.

Japanische Zelkove mit typisch breiter Krone (Symbolbild)

3. Beispiele für Klimabäume

Fachleute – etwa an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau – untersuchen in Lang­zeit­studien, welche Arten sich unter ver­änderten klimati­schen Be­dingungen bewähren. Dazu zählen unter anderem:

  • Japanische Zelkove (Zelkova serrata): Ein Ulmengewächs, das sich als ausge­sprochen robust gegenüber dem Stadtklima erweist und mit seiner breiten Krone ein idealer sommer­licher Schatten­spender ist.
  • Silber-Linde (Tilia tomentosa): Ihre hellen Blatt­unterseiten reflek­tieren das Sonnenlicht; zugleich verdunstet sie effizient Wasser und trägt so zur Kühlung bei.
  • Ginkgo (Ginkgo biloba): Ein äußerst wider­stands­fähiges „lebendes Fossil“, das nur selten von Schädlingen befallen wird.
  • Blumen-Esche (Fraxinus ornus): Ursprünglich im Mittelmeer­raum beheimatet, ist sie wärme­liebend und gut an heiße Sommer angepasst.