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Mittwoch, 08.06.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Bundesliga

Trotz Heimsieg gegen Fürth: Mehr Frust als Lust beim FCA

Auch in der letzten Bundesligapartie, die mit einem glücklichen 2:1 Heimsieg gegen den Absteiger aus Fürth endete, gelang es dem FCA nicht, die Erwartungen der 27.907 Zuschauer zu erfüllen, die trotz der überaus durchwachsenen Saisonleistungen ihres FCA zur Nicht-Abstiegsfeier in die WWK-Arena gekommen waren.

Von Udo Legner

Die Choreo der Augsburger Fankurve vor Anpfiff des Saisonfinales war so sehenswert wie vielversprechend und beflügelte in den Anfangsminuten sichtlich den Auftritt der Augsburger, die gegenüber der 0:4-Auswärtsschlappe in Leipzig mit vier Veränderungen in die Partie gegen die SpVgg Fürth gingen –  Gumny, Iago, Maier und Hahn liefen für Uduokhai, Günther, Gruezo und Gregoritsch (alle Bank) auf.

Das Kleeblatt tat sich in seinem letzten Bundesligaspiel schwer, kassierte gegen die anstürmenden Augsburger gleich eine gelbe Karte (2.) und nur wenig später gar einen Elfmeter (10.), den Raschl durch ein Faulspiel an André Hahn verursacht hatte. Daniel Caligiuri verwandelte den Strafstoß souverän zur frühen Führung für den FCA.

Das alte Lied

In der Folge versäumte es der FCA trotz zweier hochkarätiger Chancen durch Torschütze Caligiuri (beide 19.) die Führung auszubauen. Wenige Minuten später dann der überraschende Ausgleich (23.) für die Gäste: Nach einem Ballverlust von Niklas Dorsch im Mittelfeld passte Rasch zu Ngankam, der den Ball platziert flach an FCA-Keeper Gikiewicz vorbei ins lange Eck zum Ausgleichstreffer für die Fürtherer einschoss. Nach diesem Nackenschlag war der FCA wie in vielen, vielen Partien zuvor wie verwandelt und brachte bis zur Halbzeitpause nichts Nennenswertes mehr zustande. 

Überzeugender Auftritt von Keeper Gikiewicz 

Die einzig relevante Nachricht (35.) bei diesem Grottenkick: die Verletzung von Niklas Dorsch, der nach einem Luftduell unglücklich auf die Schulter gefallen war und der von den Pfiffen der FCA-Fans begleitete Einsatz der Sanitäter, der Keeper Gikiewicz, dem dies allzu langsam ging, seinen stärksten Auftritt  im FCA-Dress bescherte. Er nahm die Trage, auf der Dorsch (Schlüsselbeinbruch) schließlich hinausgetragen wurde, selbst in die Hand und glänzte in der neuen Rolle des Schrittmachers für die Sanitätstruppe – mehr als beim Gegentor der Gäste. 

Fazit zur Halbzeit: Nach starker Anfangsphase passte sich das Spiel des FCA nach dem überraschenden Ausgleichstreffer mehr und mehr dem Niveau des Tabellenletzten aus Fürth an.

FCA-Coach Weinzierl reagierte auf die desolate Vorstellung des FCA und versuchte mit Michael Gregoritsch und Raphael Framberger (für Pedersen und Gumny) neuen Schwung in das Spiel seiner Schützlinge zu bringen. Doch auch diese Auswechslungen blieben wirkungslos und das Speil dümpelte dahin, unterbrochen lediglich durch die deplatzierten Aktionen der Augsburger Ultras, die nichts Besseres zu tun hatten als Feuerwerkskörper abzufackeln. Nach einer Stunde Spielzeit fast der Führungstreffer für die Kleeblätter (65.), die nach einer Ecke immerhin mal wieder für Gefahr im gegnerischen Strafraum sorgten. Wer gehofft hatte, dass auch der FCA zum Saisonfinale ein Feuerwerk anzünden würde, wurde maßlos enttäuscht. Dass der FCA letztendlich noch als Sieger vom Platz ging, war alles andere als vorhersehbar. Doch wenige Minuten vor Spielende gelang Gregoritsch nach Zuspiel von Arne Meier (84.) doch noch der 2:1-Siegtreffer und sorgte damit zumindest bezüglich des Ergebnisses für einen versöhnlichen Saisonausklang.

Mehr Frage- als Ausrufezeichen

Neben dem Geschehen im Stadion setzten auch die Meldungen im Vorfeld und im Anschluss an das Spiel mehr Frage- als Ausrufezeichen. Getopt wurden der überraschende Rücktritt von FCA-Präsident Klaus Hofmann dabei noch durch die Ankündigung von Trainer Markus Weinzierl, dass er den Verein verlassen werde. Dies führte zu vielfältigen und wilden Spekulationen für die Gründe seiner zumindest zu diesem Zeitpunkt überraschenden Entscheidung. Auch bezüglich der Trainernachfolge brodelt es bereits in der Gerüchteküche: Edin Terzic und Enrico Maaßen werden als mögliche Kandidaten gehandelt.

FCA: Gikiewicz – Gumny (46. Framberger), Gouweleeuw, Oxford, Iago – Caliguri, Maier, Dorsch (39. Gruezo), Pedersen (46. Gregoritsch) – Hahn, Niederlechner (69. Finnbogason).