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Dienstag, 07.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Strompreise: Grüne verärgert über IHK-Aussagen

Über die ihrer Meinung nach irreführenden Aussagen der IHK Schwaben, steigende Energiekosten würden „zahlreiche“ Arbeitsplätze in den Industrieunternehmen Schwabens gefährden, sind die schwäbischen Grünen verärgert.

In einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Studie hatte die IHK herausgearbeitet, dass bei 20 Prozent höheren Energiekosten ein Drittel des produzierenden Gewerbes den Unternehmensstandort überdenken würde (DAZ berichtete). Dazu die Bezirksvorsitzende der Grünen und Landtagsabgeordnete Christine Kamm gestern: „Es ist sicher richtig, dass steigende Energiekosten für einige schwäbische Unternehmen ein Problem darstellen“. Bei ihren Unternehmensbesuchen treffe sie jedoch oft auf höchst erfolgreich am Markt agierende schwäbische Unternehmen, die steigende Energiekosten als Chance sehen, weil sie die Nachfrage nach Energieeffizienzinvestitionen und im Bereich erneuerbarer Energien deutlich ankurbelten. Dieser Aspekt fehle in der IHK-Unternehmensbefragung völlig.

Kamm sieht in den „sehr pauschalen Warnungen vor zu hohen Energiekosten“ den Versuch, den Atomausstieg wieder in Frage zu stellen und unterstellt der IHK, sich dem großen Beitragszahler KGG Gundremmingen „über Gebühr“ verpflichtet zu fühlen. Die Illusion zu verbreiten, man könne dauerhaft Energiepreissteigerungen verhindern, schade dem schwäbischen Standort. „Vielmehr sollte die IHK Mitgliedsunternehmen vermehrt dabei unterstützen, Energie zu sparen“, fordert die schwäbische Bezirksvorsitzende der Grünen.