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Dienstag, 03.03.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Standort Uniklinik: Die Ergebnis­offenheit ist vom Tisch

Seit Monaten warnen Befürworter des Erhalts des Klinikparks vor einer politischen Vor­fest­legung auf das Baufeld „West“ für den Neubau des Uni­versi­täts­klinikums Augsburg. Ebenso beharrlich wurde ihnen aus der Augsburger Stadt­politik entgegnet, das Verfahren sei weiterhin „ergebnis­offen“. Ein staats­ministeriales Schreiben bestätigt nun die Befürch­tungen der Naturschützer.

Von Bruno Stubenrauch

Wird dem Klinik-Neubau wohl geopfert: der 40 Jahre alte Patienten­garten mit über 1000 Bäumen südwestlich des alten Klinikums

In einem Brief des Bayerischen Staats­ministers für Wissen­schaft und Kunst, Markus Blume vom 23. Februar 2026, der den BUND Naturschutz in Bayern e.V. erst in dieser Woche erreichte, heißt es wörtlich:

Ich darf Ihnen zu Ihrer Bitte mitteilen, dass die von Ihnen geforderte ergebnis­offene Prüfung hin­sichtlich des geeignet­sten Standortes für den Neubau des Uni­versi­täts­klinikums Augsburg bereits statt­gefunden hat.“

Stadtrats-Opposition rehabilitiert

Die Aussage aus dem Staatsministerium führt die Debatte im Stadtrat vom 26. Februar völlig ad absurdum. Rund eine Stunde lang war dort über zwei Anträge zur Bauleit­planung für den Klinik-Neubau diskutiert worden, ehe sie gegen lediglich zwei Stimmen beschlossen wurden (DAZ berichtete).

Den beiden Gegenstimmen – Roland Wegner (V-Partei³) und Bruno Marcon (Augsburg in Bürgerhand) – war im Gremium unisono entgegen­gehalten worden, das anstehende Bauleit­verfahren sei hin­sichtlich der Standort­frage aus­drücklich „ergebnis­offen“. Diese behauptete Offenheit ist nun widerlegt – noch bevor die eigent­liche Bauleit­planung begonnen hat.

Wie bereits berichtet, hat die V-Partei³ ange­kündigt, die Stadt­rats­beschlüsse zur Einleitung des Bauleit­plan­verfahrens für den Klinik-Neubau rechtlich von der Regierung von Schwaben prüfen zu lassen. Blumes Schreiben dürfte den Prüfantrag um eine Facette reicher machen.