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Sonntag, 05.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Standardisierte Bewertung: Versteckspiel geht weiter

Obwohl CSU-Chef Bernd Kränzle bereits vor Monaten die Zusage der Stadtwerke Augsburg auf lückenlose und vollständige Herausgabe der Standardisierten Bewertung zur Förderung der sogenannten Mobilitätsdrehscheibe erhalten hatte, bleibt das dicke Zahlenwerk weiterhin unter kontrolliertem Verschluss der Stadtwerke.

Wegen der Befürchtung, dass ein unkommentiertes breites Veröffentlichen Fehlinformationen provoziere, hält die 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt Augsburg laut Pressemitteilung vom 4. September eine kommentierte und unter eigener Regie kontrollierte Darstellung der womöglich brisanten Daten für notwendig.

„Zunächst werden die Aufsichtsratsmitglieder der Projektgesellschaft Ende September vom Ingenieurbüro Spiekermann – es hat die Bewertung erarbeitet – informiert. Anschließend werden die Stadträte über die Inhalte unterrichtet. Außerdem wird jedem einzelnen Stadtrat die Möglichkeit der Einsichtnahme unter Beteiligung eines fachkundigen Planers eingeräumt. Auch an eine umfangreiche Darstellung der Inhalte in nichtöffentlicher Stadtratssitzung ist gedacht. Ins Auge gefasst wird obendrein in Abstimmung mit dem Zuschussgeber eine Zusammenfassung der Standardisierten Bewertung ohne betriebsinterne Daten im Internet.“ So die Pressemitteilung im O-Ton.

Der Architekt Volker Schafitel, Initiator des KÖ-Bürgerentscheids, hatte vehement die Herausgabe der Unterlagen gefordert, nachdem die Stadtregierung zum Schluss gekommen war, dass die Standardisierte Bewertung keine anderen Pläne als die des abgewählten Regenbogens für die umstrittene Linie 6 zulasse. Die Fördergelder seien sonst in Gefahr. Schafitel, der eine Linie 6 durchs Textilviertel präferiert, bezweifelt diese Auslegung der Standardisierten Bewertung.