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Mittwoch, 28.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Stadtjugendring kritisiert Sparbeschlüsse des Stadtrates

Gehälter müssen aus Rücklagen bezahlt werden

Intensiv wurde am Montag in der Vollversammlung des Stadtjugendrings (SJR) über die Sparbeschlüsse der Stadt und deren Auswirkungen auf die Jugendarbeit diskutiert.

Aktion "Lass dich nicht streichen": 300 Jugendliche protestierten Ende 2011 im Stadtrat gegen die Kürzung ihres Etats.

Aktion "Lass dich nicht streichen": 300 Jugendliche protestierten Ende 2011 im Stadtrat gegen die Kürzung ihres Etats.


Raphael Brandmiller geißelte zum wiederholten Male die bei den städtischen Einsparbemühungen angewandte Rasenmähermethode. Man dürfe nicht vergessen, sich über die zukünftigen Ziele der Sozialpolitik Gedanken zu machen, so der Vorsitzende des Stadtjugendrings: „Nur wenn man sich über die Ziele und Schwerpunkte im Klaren ist, weiß man auch, wo man vernünftig sparen kann und wo man stattdessen weiter investieren muss.“

Darüber hinaus machte Brandmiller deutlich, dass ohne die viel kritisierten Rücklagen des Stadtjugendrings die Gehälter in diesem Jahr nicht mehr ausgezahlt werden könnten, da selbst bei dem jetzigen Personalstand die zugesagten Zuschüsse der Stadt nicht ausreichen würden, um die Personalkosten zu decken.

Reparaturen in Jugendräumen scheitern am Geld

Verschiedene Vertreter der Jugendverbände beschrieben in der anschließenden Diskussion an praktischen Beispielen dem anwesenden Sozialreferenten Max Weinkamm und den Stadträten, welche Auswirkungen die Sparbeschlüsse in der Jugendarbeit haben. Sie berichteten von renovierungsbedürftigen Jugendräumen und von vergammelten Böden, die alle nicht repariert werden könnten, weil das Geld fehle.

Der Stadtrat hatte im Dezember 2011 nach massiven Protesten des SJR die im Haushalt 2012 geplanten Kürzungen bei der Jugendarbeit in Höhe von 180.000 Euro zunächst zurückgenommen. Nach dem Bekanntwerden eines Haushaltslochs in Höhe von 13,5 Mio. wenige Tage nach Verabschiedung des Haushalts mussten alle acht städtischen Referate kräftig einsparen. Dies führte zur erneuten Kürzung des Stadtjugendring-Etats. Im Stadtjugendring sind insgesamt 41 Jugendorganisationen zusammengeschlossen.