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Samstag, 18.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Nachruf

Rudolf Holzapfel ist tot

Der ehemalige Stadtrat Dr. Rudolf Holzapfel ist tot.

Von Siegfried Zagler

Dr. Rudolf Holzapfel

Als Dr. Rudolf Holzapfel im März 2008 zusammen mit Peter Grab, Walther Seinsch, Professor Rolf Harzmann, Beate Schabert-Zeidler und Karl Heinz Englet für Pro Augsburg in den Stadtrat einzog, sorgte er zusammen mit seinen Mitstreitern für einen Paradigmenwechsel in der Augsburger Lokalpolitik, wie es ihn in der langen Geschichte der Stadt noch nie gab.

Ein amtierender SPD-Oberbürgermeister wurde auch deshalb abgewählt, weil es für das bürgerliche Lager mit Pro Augsburg eine vielversprechende neue Mitte zu geben schien. Die CSU mit einem Quereinsteiger als OB-Kandidaten und eben Pro Augsburg mit ihrem Slogan “Bürger machen Politik” bildeten aus dem Stand heraus ein Regierungsbündnis, das es am Ende dieser Stadtratsperiode nur noch auf dem Papier gab, was aber eher der CSU als Pro Augsburg geschuldet war. 

Rudolf Holzapfel galt als ein Denker dieser neuen politischen Option, die nicht nur den Niedergang der Augsburger SPD einleitete, sondern den Niedergang der neuen politischen Mitte gleich mit. Jenseits von parteipolitischen Mustern sollten pragmatische Entscheidungsfindungen für einen Aufbruch sorgen. Dass es anders kam, sollte nicht an Holzapfel liegen, der für Pro Augsburg 2014 ein zweites Mal in den Stadtrat einzog – allerdings nur noch mit zwei Mitstreitern.

Dr. Rudolf Holzapfel wurde am 13. Juni 1947 geboren. Absolvierte in jungen Jahren eine Ausbildung zum Kaufmann, um später über den 2. Bildungsweg (Abitur am Bayernkolleg Augsburg) Medizin zu studieren. Holzapfel galt als hervorragender  Unfallchirurg und in seiner Eigenschaft als Arzt als ein geduldiger Zuhörer. “Raue Schale, weicher Kern”, so beschreiben ihn Freunde, politische Weggefährten und seine Frau Ingrid.

Dr. Rudolf Holzapfel verstarb am gestrigen Freitag in seinem Haus an den Folgen einer Lungenfibrose, an der er seit vielen Jahren litt.