Fuggerstraße: Baum-Allianz begrüßt Erhalt der Linden – fordert aber sofortige Schutzmaßnahmen
Die Baum-Allianz begrüßt die geplante Neugestaltung der Fuggerstraße mit dem Erhalt der bestehenden Linden. In einem Schreiben an Oberbürgermeister Dr. Florian Freund fordert sie jedoch, die Bäume bereits vor Beginn der eigentlichen Umgestaltung besser zu schützen und zu pflegen.
Von Bruno Stubenrauch

Mit einem Grundsatzbeschluss zur Neugestaltung der Fuggerstraße will die Stadt von früheren Planungen abrücken (DAZ berichtete). Anders als bisher sollen die beiden bestehenden Baumreihen erhalten bleiben und durch weitere Linden ergänzt werden und der Straßenraum klimaangepasster gestaltet werden.
Die Baum-Allianz wertet diesen Kurswechsel als Erfolg ihrer langjährigen Forderungen. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass die bestehenden Linden über Jahre hinweg kaum gepflegt worden seien, weil lange Zeit von ihrer vollständigen Entfernung ausgegangen worden sei.
Sofortiger Schutz statt Warten auf den Umbau
Nach Ansicht der Initiative reicht der politische Beschluss zum Erhalt der Bäume allein nicht aus. Die offenen Pflanzstreifen müssten kurzfristig vor parkenden Fahrrädern, Motorrädern und anderen Nutzungen geschützt werden. Zudem fordert die Baum-Allianz eine Sanierung und Belüftung des Wurzelraums sowie eine fachgerechte Kronenpflege.
Auch bereits entstandene Lücken in der Allee sollten nach Auffassung der Initiative möglichst bald mit Linden vergleichbarer Größe geschlossen werden, damit das historische Alleebild bis zur späteren Umgestaltung wiederhergestellt wird.
Wettbewerbsentwurf aus dem Jahr 2009 aus Sicht der Initiative überholt
Kritisch bewertet die Baum-Allianz zudem den städtebaulichen Wettbewerbsentwurf aus dem Jahr 2009. Die damals vorgesehene mittige Promenade und eine verlegte Straßenbahntrasse entsprächen nach ihrer Einschätzung nicht mehr den heutigen Rahmenbedingungen. Vor einer weiteren Planung müsse die Stadt zunächst einen realistischen Straßenquerschnitt als verbindliche Grundlage festlegen.
Der Stadtrat will am 30. Juli mit einem Grundsatzbeschluss den Weg für die Überarbeitung der Planung freimachen. Nach der Beschlussvorlage soll die Neugestaltung auf dem bestehenden Boulevardkonzept aufbauen, zugleich aber den Erhalt der Bestandsbäume und einen höheren Anteil unversiegelter Flächen berücksichtigen.