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Freitag, 17.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Ökologie

​85 statt 120 Grad: Augsburgs Fern­wärme wird „cool“

Die Stadtwerke Augsburg (swa) starten ein Pilot­projekt zur Moderni­sierung der Fernwärme. Durch eine Absenkung der Netz­temperatur im Wolfram­viertel wird der Weg frei für erneuer­bare Energien – und wertvolle Wärme bleibt dort, wo sie hingehört: in der Leitung.

Von Bruno Stubenrauch

Die 51 Tonnen schwere Koppelstation ermöglicht die Versorgung mit Wärme aus erneuerbaren Quellen für bis zu 1.500 Haushalte im Wolframviertel. (Foto: swa/ Thomas Hosemann)

Es klingt zunächst paradox: Um die Energie­ver­sorgung der Zukunft zu sichern, drehen die Stadtwerke Augsburg die Temperatur erst einmal runter. In der Prinzstraße wurde am vergangenen Donnerstag eine 51 Tonnen schwere Koppel­station eingehoben, die wie ein riesiger „Misch­mecha­nismus“ für das Quartier fungiert. Sie kühlt das 120 Grad heiße Wasser des Hauptnetzes auf 85 Grad ab.

Ein Drittel weniger Leitungsverluste

Was technisch nach Detailarbeit klingt, hat massive Aus­wirkungen auf die Effizienz. Physi­kalisch gilt: Je heißer ein Rohr im Vergleich zum kühlen Erdreich ist, desto mehr Wärme geht auf dem Weg zum Kunden verloren. Durch die Absenkung von 120 auf 85 Grad sinken die Leitungs­verluste im Wolfram­viertel schlagartig um rund 30 bis 35 Prozent.

Besonders bei dem geplanten Netzausbau auf 3,4 Kilo­meter Länge im Viertel ist das ein ent­scheidender Faktor. Die Energie, die früher das Erdreich rund um die Rohre ungewollt mitgeheizt hat, kommt nun direkt in den Heizkörpern der Augsburger Haushalte an.

Brückenschlag zur Flusswärme

Doch die Koppelstation ist mehr als nur ein „Energie­sparer“. Sie ist die notwendige Voraus­setzung für ein weiteres Prestige­projekt der swa: die geplante Fluss­wasser­wärmepumpe im Kaufbach.

Wärmepumpen arbeiten am effizien­testen, wenn der Tempe­ratur­unter­schied zwischen der Umwelt­quelle (hier dem Bachwasser) und dem Heiznetz moderat ist. Während ein Sprung auf 120 Grad technisch extrem aufwendig wäre, ist die Einspeisung bei 85 Grad wirt­schaft­lich sinnvoll. Rund 1.500 Haushalte sollen so künftig mit Wärme aus dem Kaufbach versorgt werden.

Augsburg auf dem Weg zur Wärmewende

Das Projekt im Wolframviertel ist nur der Anfang. Die swa planen, bis 2045 rund 60 Prozent des Augsburger Wärmebedarfs über Fernwärme zu decken. „Die schritt­weise Reduzierung der Temperatur­niveaus im gesamten Netz ist dabei ein zentraler Baustein“, heißt es aus der swa-Zentrale.

Für die Anwohner bedeutet das: Die Versor­gungs­sicher­heit bleibt durch die Anbindung an das Hauptnetz (z.B. das Biomasse­heiz­kraftwerk Lechhausen) voll erhalten, während die Wärme öko­logischer und effi­zienter erzeugt wird. Die „Wärmewende“ in Augsburg hat damit im Wolfram­viertel ein sichtbares – und 51 Tonnen schweres – Fundament erhalten.

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