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Montag, 03.08.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Regenerative Energien belasten Augsburger Strompreis

Auf höhere Strompreise stimmen die Stadtwerke Augsburg derzeit ihre Kunden ein. Grund: der Anstieg der sog. “EEG-Umlage” zum Ausgleich der Unwirtschaftlichkeit regenerativen Stroms um 70 Prozent.

Fotovoltaik auf Augsburgs Dächern - Foto: Kleeblatt-Film


Im kommenden Jahr steige der Obolus, mit dem die Stromkunden den Ausbau der regenerativen Energien fördern, um rund 1,5 auf über 3,5 Cent je Kilowattstunde, so die Stadtwerke gestern. Dies wirke sich natürlich auf die Berechnungen des Strompreises für die Stadtwerkekunden im nächsten Jahr aus. Das Unternehmen will sich allerdings bemühen, die mehr als 1,5 Cent (netto) nicht voll auf die Kunden abzuwälzen.

Die über 70-prozentige Steigerung der sog. EEG-Umlage zum Ausgleich der Unwirtschaftlichkeit regenerativen Stroms ist die mit Abstand höchste seit Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Grund für diesen eklatanten Anstieg ist der massive Ausbau der Solarenergie – bis Ende August gingen in Deutschland fast 5.000 MW Leistung ans Netz. Dieser Boom ist der Tatsache geschuldet, dass der Bund die Einspeisevergütungen für Strom aus Neuanlagen in diesem Jahr im Juli und im Oktober gesenkt hat. Um in den Genuss der höheren Vergütung zu kommen, haben sich viele Betreiber bemüht, vor diesen beiden Terminen Anlagen zu bauen.

Mit der ab Januar gültigen Umlage subventionieren die Stromkunden in Deutschland die Erzeugung regenerativen Stroms mit rund 13,5 Mrd. Euro jährlich. Und diese Summe wird zwangsläufig weiter steigen, soll das Ziel des Bundes, den Anteil der regenerativen Energien bis 2020 auf 30 Prozent auszubauen, erreicht werden – derzeit ist der Anteil bei 16 Prozent.

» Wikipedia: Erneuerbare-Energien-Gesetz