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Donnerstag, 12.09.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

Petition: „Angemessene Sanierung des Gignoux-Hauses“

Mit ihrem Anliegen, das Augsburger Gignoux-Haus denkmalgerechter zu sanieren, als es die Stadt vorhat, zeigt eine Gruppe von Denkmalschützern Durchhaltevermögen – und Kompetenz. Im Netz haben sie eine Online-Petition eingestellt, die regen Zuspruch findet.

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Gignoux-Haus (c) DAZ


Ein Investor möchte im Inneren des Einzelbaudenkmals „Gignoux-Haus“ Wände des 19. Jhs. mit Versatzstücken des 18. Jhs. in den Obergeschossen gegen das Veto des Landesamtes für Denkmalpflege herausbrechen. Der Bauausschuss hat in seiner Sitzung am 14. Dezember 2017 Zustimmung signalisiert. Das Gebäude soll zudem rückwärtig mit zwei Balkonen je Wohneinheit versehen werden. Dieses Vorhaben sorgte für Empörung unter Denkmalschützern, Architekten, Kunsthistorikern.

Nach ihrem offenen Brief an Oberbürgermeister Kurt Gribl will der Bauausschuss nun im April einen Ortstermin abhalten. Die Denkmalschützer erhöhen nun den Druck mit einer Petition und wollen eine zweite Diskussion im Bauausschuss anstoßen. Dabei geht es ihnen um den Erhalt des bestehenden Grundrisses des Gebäudes (18./19. Jh.) und vor allem um die Sicherung der Fragmente des 18. Jhs. (Türen mit Toile-de-Jouy-Motiven sowie Lamperien). Außerdem fordert die Gruppe, auf die Balkone zu verzichten beziehungsweise ihre Zahl zu reduzieren und formal zu ändern sowie den barocken Farbbefund umzusetzen.

„Das 1764/65 errichtete Gignoux-Haus ist eines der wichtigsten Baudenkmale in Augsburg und erinnert an Anna Barbara Gignoux, eine Kattunfabrikantin. Es gehört mit dem Schaezlerpalais, dem Koepf-Haus, sowie der Schüleschen Kattunfabrik (Hauptflügel) zu den herausragenden bürgerlichen Bauten seiner Zeit in dieser Stadt. Es ist die einzige Kattunfabrik, die so gut erhalten blieb; der Umbau des 19. Jh. mit dem Ziel, mehrere Wohnungen zu gewinnen, ist Teil des Denkmalwertes, zumal zahlreiche Fragmente des 18. Jahrhunderts in die Wände des 19. Jahrhunderts eingebaut sind und der gesamte Grundriss im 19. Jh. abgeändert wurde. Das Gignoux-Haus zeigt also eine Umnutzung des 19. Jhs. in der Kubatur und dem Grundriss des 18. Jahrhunderts. Der Ausbruch von Wänden hätte vermutlich statische Auswirkungen, die noch stärkere Eingriffe in die Bausubstanz nach sich zögen. Die Zukunft der besonders hochwertigen Türen mit Malereien (vielleicht von Joseph Christ) und Lamperien ist unklar.“ So die Petitionsbegründung der Aktivisten, deren Petition von zahlreichen Wissenschaftlern unterzeichnet wurde. Wer sich ihrem Anliegen anschließen möchte, kann das hier tun: https://www.openpetition.de/petition/unterzeichner/angemessene-sanierung-des-gignoux-hauses-1764-65-in-augsburg

​Unterschrieben haben auch einige Personen, die zur Augsburger Geschichte und/oder zur Denkmalpflege geforscht haben, darunter: Frau Prof. Dr. Lee Palmer Wandel, Herr Prof. Dr. Thomas Max Safley, Herr Prof. Dr. Adrian von Butlar, Herr Prof. Dr. Mark Häberlein, Frau Prof. Dr. Michaela Schmölz-Häberlein, Frau Dr. Alexandra Apfelbaum, Herr Dr. Hans Jörg Künast, Frau Dr. Gudrun Escher, Frau Dr. Getrud Roth-Bojadhiev,
Herr Dr. Meinrad von Engelberg, Frau Dr. Uta Piereth, Frau Dr. Anita Gutmann, Herr Dr. Martin Bredenbeck,
Herr Shahab Sangestan M.A. Frau Eva-Maria Brockhoff M. A.


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