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Donnerstag, 16.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Müllgebühren sinken drastisch

Stadt Augsburg kehrt 8 Millionen Euro an ihre Bürger aus

Im Schnitt um 34 Prozent werden ab 1. Januar 2013 die Müllgebühren sinken. Diese “frohe Botschaft an die Augsburger” gab Umweltreferent Rainer Schaal am gestrigen Dienstag bekannt.



So soll die 120-Liter-Tonne für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern statt 226,80 Euro künftig nur noch 149,40 Euro Jahresgebühr kosten. Für einen Single-Haushalt fallen die Gebühren von 75,60 auf 49,80 Euro. Die Stadt gibt damit das gute wirtschaftliche Ergebnis im Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb voll an ihre Bürger weiter. Insgesamt wird die Gebührenbelastung der Augsburger von derzeit 24 Millionen auf 16,5 Millionen jährlich sinken.

Begehrlichkeiten des Stadtkämmerers oder anderer Referate bezüglich der knapp acht erwirtschafteten Millionen fürchtet Schaal nicht. Die direkte Entlastung der Bürger sei völlig korrekt. Als öffentliche Einrichtung sei der Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb verpflichtet, seine Gebühren entsprechend den tatsächlich anfallenden Kosten zu erheben. Im Fall von Kostensenkungen führe dies zu niedrigeren Gebühren. Der Abfallbetrieb sei kein Unternehmen, das Gewinne erzielen muss.

Früchte der Kreislaufwirtschaft zeigen sich deutlich

Der aus seiner Sicht “riesige Erfolg” ist laut Schaal auf zwei Umstände zurückzuführen: die gute Wirtschaftsplanung des Betriebs und die günstige Entwicklung der Wertstoffpreise, die die Stadt erzielt. “Die wirtschaftlichen Früchte der Kreislaufwirtschaft zeigen sich sehr deutlich”, so der Umweltreferent. “Und letztlich tun sich die Bürger mit ihrer Bereitschaft zur Mülltrennung und Wertstoffsammlung selbst etwas Gutes.”

Die Gebührensenkung ist bis Ende 2016 kalkuliert. Auch danach sollen die Preise nicht nach oben gehen, weil man “nach dem Vorsichtsprinzip” jetzt schon Rückstellungen für zukünftige Entwicklungen, beispielsweise für ein neues Wertstoffhofkonzept, vornehme, so der Umweltreferent. Großen Wert legt Schaal auch auf die Feststellung, dass man sich mit der Gebührensenkung keine Spielräume für Service-Verbesserungen nehme. Daran werde kontinuierlich gearbeitet.

Grafik: aws