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Freitag, 26.11.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Mit dem Bündnis für Augsburg und dem Freiwilligenzentrum auf Tour

Zwei Wochen nach der Shuttletour in die Augsburger Sozialregion Süd hatten Interessierte am 9. Oktober wieder die Möglichkeit, soziale Einrichtungen kennen zu lernen. Die Tour führte diesmal in die Region Mitte.



Unter der Leitung von Erwin Schletterer, Geschäftsführer der Jugendeinrichtung Brücke e.V., führte der erste Weg die zwanzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer, zu denen auch wieder Sozialreferent Max Weinkamm zählte, in das Baustellengebäude der künftigen Stadtbibliothek auf dem Ernst-Reuter-Platz. Das lichtdurchflutete Gebäude ist einem aufgeschlagenen Buch nachempfunden. Das „Lichtauge“, das von jedem Stockwerk des Gebäudes einen Blick in die anderen Etagen gestattet, symbolisiert gleichermaßen die seelisch-geistige Offenheit als künftige Grundstimmung der BesucherInnen der Einrichtung. Mit diversen Freiwilligenangeboten, wie etwa einem Bücherbringdienst für ältere oder behinderte MitbürgerInnen oder einem Vorlesetag für Kinder, soll bürgerschaftliches Engagement ermöglicht und je nach Ideen und Bedarf erweitert werden. Ein Café im Erdgeschoss wird künftig das soziale Miteinander fördern.

Der zweite Anlaufpunkt der Tour war das Mehrgenerationenhaus im Herrenbachviertel. Mitarbeiterinnen des städtischen Herrenbach-Kindergartens, Stadtteilmütter und Herrenbach-BewohnerInnen sorgen augenblicklich mit Erzählabenden, Matinées und weiteren Veranstaltungen für das soziale Miteinander interessierter BesucherInnen. Neue GastgeberInnen – Engagierte, die sich Stammgästen und Neuankömmlingen einfühlsam widmen – werden dringend gesucht.

Das nächste Ziel war der im Proviantbachviertel ansässige Sportverein AC Torres, der Ende der 60er Jahre von italienischen Gastarbeitern gegründet wurde und mittlerweile neben türkischen Mitgliedern Menschen unterschiedlichster Nationalitäten sportliche Heimat bietet. Nachwuchssorgen hat der 220 Mitglieder zählende AC Torres weder auf der Spielerseite noch bei den ehrenamtlich tätigen Trainern, wie Paolo Falloni, der italienische Vorstand, versichert.

v.l.: Erwin Schletterer, Geschäftsführer Brücke e.V., Sozialreferent Max Weinkamm (Bild: gmt)


Anschließend brachte der Shuttlebus die Fahrgäste zum Haus St. Gregor, einem ehemaligen Waisenhaus, das sich zu einer Kinder-, Jugend- und Familienhilfeeinrichtung entwickelt hat. Während von der Gründungszeit im Jahre 1572 bis weit ins 20. Jahrhundert hinein hauptsächlich verwaiste Kinder eine Ersatzheimat im Gregorheim fanden, leben heute hauptsächlich Kinder und Jugendliche aus zerrütteten Familienverhältnissen in der Einrichtung oder werden von St.-Gregor-MitarbeiterInnen ambulant betreut. Wer sich für ein freiwilliges Engagement im Haus St. Gregor entscheidet, sollte sich auf ein langfristiges Verhältnis einlassen können, um den jungen Menschen weitere unnötige Beziehungsbrüche zu ersparen.

Den Abschluss der vierstündigen Shuttletour bildete das Ulrichsheim der Caritas Wohnstätten. Die Caritas Wohnstätten bieten erwachsenen behinderten Menschen die Möglichkeit, weitestgehend selbstständig zu wohnen ohne auf die für ihre Bedürfnisse nötigen Hilfen verzichten zu müssen. Den Tourenden wurde durch äußerst lebendige Schilderungen einer Bewohnerin und einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin Einblick in den Heimalltag und die unterschiedlichen Bereiche freiwilligen Engagements gewährt.