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Donnerstag, 25.11.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Linke starten Debatte zur Theatersanierung und fordern Bau von tausend Wohnungen pro Jahr

Die beiden Linken Stadträte Otto Hutter und Alexander Süßmair reagierten am schnellsten auf die Finanzierungspläne der Stadt in Sachen Theatersanierung. Sie stellen in einer heutigen Stellungnahme den Widerspruch Theatersanierung vs. Wohnungsnot als „sozialen Sprengstoff“ dar.

Alexander Süßmair

Alexander Süßmair


Wer behaupte, dass eintausend Wohnungen von der städtischen WBG erstellte Wohnungen mit  Mietpreisbindung nicht finanzierbar seien, dürfe nicht von einer Theatersanierung fantasieren, die die Stadt mit einem Anteil von 90 Millionen Euro finanzieren müsse. „Wer dies dennoch tut, obwohl jetzt dringender Handlungsbedarf besteht, um gigantischen sozialen Sprengstoff zu entschärfen – handelt verantwortungslos!“, so der Linke Stadtrat Alexander Süßmair.

Der Augsburger Wohnungsmarkt ist seit Jahren angespannt und in den letzten Jahren hat sich die Lage nach Auffassung der Linken noch verschärft, was auch damit zu tun habe, dass der Zuzug von Wohnungssuchenden aus München stark zugenommen habe. Dies habe dazu geführt, dass bei den prozentualen Mietsteigerungen, zwischen 2009 und 2014, Augsburg Platz 2. hinter Berlin belege, so die Linken Stadträte Hutter und Süßmair. „Dies hat Auswirkungen auf alle Wohnungen, wie auch die Tatsache, dass jährlich in Deutschland 70.000-100.000 Mietwohnungen aus der Sozialbindung fallen. Gleichzeitig kommt nun noch die Not der Flüchtlinge dazu und unsere Aufgabe, diese mit Wohnraum zu versorgen, ohne sie gegen die ansässige Wohnbevölkerung auszuspielen“, so Süßmair, der für die Linke die Forderung nach einem Programm für bezahlbaren Wohnraum als Antrag beim Augsburger Oberbürgermeister untermauert hat.

„Durch die niedrigen Zinsen, stürzen sich alle Kapitalanleger, egal ob Private oder Investmentbanken, auf Immobilien und treiben die Preise in die Höhe. Hier ist nun dringend die Allgemeinheit, also die öffentliche Hand, gefragt. Deshalb fordern wir die Auflage eines eigenständigen kommunalen Wohnungsbauprogramms!“ so Stadtrat Alexander Süßmair, der dabei sehr konkret wird: „Wir wollen, dass die Stadt, neben der WBG bzw. unterstützend, neue Sozialwohnungen errichtet oder erwirbt. Das von CSU, SPD und Grünen ausgegebene Ziel: 100 neue Sozialwohnungen pro Jahr durch die WBG alleine zu errichten, ist viel zu wenig. Wir fordern, dass als Ziel 1.000 neue Sozialwohnungen jährlich anvisiert werden. Dabei muss es sich aber um echte Sozialwohnungen für zirka 5 Euro pro Quadratmeter handeln. Diese sollen vor allem für  Menschen mit geringen Einkommen, Familien, Flüchtlinge und andere Personengruppen die Schwierigkeiten auf dem freien Markt haben, bestimmt sein.“

Für diese Programm sollten, so Süßmair, mindestens 5 Millionen Euro jährlich im Haushalt eingestellt werden und das für mindestens 10 Jahre! Wer behaupte, dass dies nicht finanzierbar ist, der solle dann nicht von einer Luxus-Theatersanierung mit einem städtischen Anteil von 90 Millionen Euro in den nächsten Jahren fantasieren.