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Sonntag, 05.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Klinikum: Schwäbische CSU nimmt Seehofer beim Wort

Der Millionenpoker um die Zukunft des Zentralklinikums geht in eine neue Phase. Jetzt gibt es einen Vorstoß der Augsburger CSU-Abgeordneten Bernd Kränzle und Johannes Hinterberger im Bayerischen Landtag.

Mit dem 1982 in Betrieb gegangenen Zentralklinikum hat Augsburg ein modernes Krankenhaus der höchsten Versorgungsstufe. Zusammen mit der Kinderklinik und dem Klinikum Augsburg Süd in Haunstetten stehen 1600 Betten zur Verfügung. Über 5000 Personen sind beschäftigt. Durch den Klinikumsbetrieb hat sich allerdings über die Jahre ein millionenschweres Defizit angesammelt. Stadt und Landkreis als Träger müssen Investitionen zwischenfinanzieren.

Zentralklinikum Augsburg (Bild: Wikipedia)

Zentralklinikum Augsburg - (Bild: Wikipedia)


In den vergangenen Wochen hatten Ministerpräsident Horst Seehofer und Gesundheitsminister Markus Söder mehrfach angekündigt, die derzeitige Situation verbessern zu wollen. Seehofer hatte erklärt, die Umwandlung des Augsburger Klinikums in eine Uniklinik prüfen zu lassen, Söder hatte von einem „Masterplan“ gesprochen, dessen Ziel der Status einer Uniklinik sei. Die Umsetzung dieses Plans würde die Stadt und den Landkreis Augsburg finanziell erheblich entlasten, weil dann der Freistaat mit Fördermitteln einstehen müsste.

Beschlussvorschlag eingereicht

In der Vergangenheit waren alle Versuche gescheitert, den Status des Klinikums zu ändern und so eine Verbesserung der finanziellen Ausstattung zu erreichen. Auch die Erklärungen des Ministerpräsidenten und des Gesundheitsministers sind bis dato Lippenbekenntnisse. Die schwäbischen CSU-Landtagsabgeordneten nehmen Seehofer und Söder nun beim Wort. Sie haben die Übernahme des kommunalen Großkrankenhauses durch den Freistaat und die Umwandlung in eine Uniklinik in einen konkreten Antrag gegossen. Welche Summen auf dem Spiel stehen wird kommende Woche deutlich werden, wenn der Finanzplan des Klinikums beraten wird. Thema sind die Sanierung des OP-Traktes und der Neubau der Kinderklinik für zusammengerechnet über 60 Millionen Euro sowie die Beschaffung medizinischer Geräte. Fast 10 Millionen Euro werden vom Freistaat übernommen, den Rest müssten Stadt und Landkreis drauflegen, um den Investitionsstau abzubauen.