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Mittwoch, 08.06.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Joschka Fischer und sein Regisseur

Pepe Danquart zu Gast im Thalia

Pepe Danquart mit seinem „Filmobjekt“ Joschka Fischer. Am Sonntag ist der Regisseur im Thalia zu Gast.

Joschka Fischer war 68er-Aktivist, Stadtguerillero, Taxifahrer, Sponti – und wurde später hessischer Umweltminister in Turnschuhen und deutscher Außenminister im Anzug: Das bewegte Leben von Joseph „Joschka“ Fischer dient dem Regisseur Pepe Danquart als roter Faden, um von sechs Jahrzehnten deutscher Nachkriegsgeschichte zu erzählen. „Joschka und Herr Fischer“ heißt sein Film, der derzeit im Augsburger „Kinodreieck“ zu sehen ist. Am kommenden Sonntag, 5. Juni um 19 Uhr ist der Regisseur zu Gast im Thalia-Kino.

Von den verlogenen 50er-Jahren, den wilden Tagen der APO und die „bleierne Zeit“ des RAF-Terrors über die Anfänge der Anti-Atomkraftbewegung und die Gründungsjahre der Grünen bis hin zum Fall der Mauer und der ersten rotgrünen Bundesregierung spannt Danquarts Film einen Bogen und ist damit weit mehr als eine simple Biographie. Kurzweilig und aufschlussreich mit teils noch nie gezeigten, beeindruckenden Dokumentarbildern liefert der Oscar-prämierte Regisseur („Schwarzfahrer“, „Höllentour“ „Am Limit“) einen Querschnitt durch 60 Jahre deutsche Geschichte. Er schildert die Entwicklung eines Landes, das viele Jahre brauchte, um Demokratie zu lernen und sich von den Schatten der Vergangenheit zu lösen.

Danquart, geboren 1955, arbeitet seit fast 30 Jahren als Regisseur und Autor. In dieser Zeit sind mehr als 40 Langfilme und über ein Dutzend Kurzfilme entstanden, die auf nationalen wie internationalen Filmfestivals Preise und Anerkennung fanden. International bekannt wurde er 1994, als er für seinen Kurzfilm „Schwarzfahrer“ den Oscar erhielt.

» Pepe Danquart: „Joschka und Herr Fischer“

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