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Mittwoch, 27.07.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Internationaler Museumstag

Internationaler Museumstag am 15. Mai: Freier Eintritt in alle Häuser der Kunstsammlungen und Museen Augsburg

Am Internationalen Museumstag am 15. Mai gibt es nicht nur freien Eintritt in alle Häuser der Kunstsammlungen und Museen Augsburg, sondern auch ein Programm mit 13 exklusiven Führungen und besonderen Einblicken. 

Schaezlerpalais © DAZ

Am kommenden Sonntag findet zum 45. Mal der internationale Museumstag statt. Gemäß dem Motto „The Power of Museums“ soll auf die thematische Vielfalt der Museen aufmerksam gemacht werden. Auch die Kunstsammlungen & Museen Augsburg beteiligen sich. Neben Führungen in den Ausstellungen „European Trails“ im H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast, „Hin und wieder zurück“ im Römerlager im Zeughaus und den Dauerausstellungen im Maximilianmuseum, gibt es auch außergewöhnliche Einblicke. So können Besuchende erfahren, was der Hollstadel, das erste Gebäude im Proviantbachquartier, mit dem Bau des Augsburger Rathauses zu tun hatte. Sie können die wechselvolle Geschichte der Dominikanerkirche kennenlernen und eine Zeitreise durch die 111-jährige Bestehenszeit des Glaspalastes unternehmen. Einige Angebote sind online und damit für alle Interessierten auch weltweit von zuhause aus zugänglich. Alle Führungen und der Eintritt in die Museen der Kunstsammlungen sind am internationalen Museumstag kostenfrei.

Anmeldungen sind erwünscht unter besucherservice-kusa@augsburg.de oder telefonisch: 0821- 324 4112. Alle Veranstaltungen und Informationen gibt es auch unter kmaugsburg.de/wir-sind-dabei.

Die Angebote im Einzelnen

Führung durch das Lapidarium im Maximilianmuseum 10 Uhr, Maximilianmuseum. Mit Dr. Christina von Berlin, Treffpunkt: Kasse im Maximilianmuseum

Maximilianmuseum © DAZ

Das Maximilianmuseum besitzt in seinen Kellerräumen eine einzigartige Sammlung von steinernen Zeugnissen: Bauteile und Zierelemente zerstörter oder abgebrochener Gebäude, Skulpturen, Inschriftentafeln, Grenzsteine und Grabdenkmäler. Diese Kollektion ist von großem historischem und künstlerischem Wert. Die mehr als 300 Objekte vermitteln ein facettenreiches Bild der Augsburger Stadtkultur vom Mittelalter bis zum Ende der Reichsstadtzeit.

Führung „Rauschende Gewänder“ -11 Uhr, Schaezlerpalais – Mit Annette Kink M.A., Treffpunkt: Kasse im Schaezlerpalais

Mit einer Kunstvermittlerin in rauschender Robe lernen die Besucherinnen und Besucher die speziellen Gebräuche und Sitten, die sich aus der damaligen Mode ergaben, kennen und erfahren Wissenswertes über das Haus, dessen Bewohnerinnen und Bewohner, die Kunst der Zeit sowie die Menschen, die diese Kunstwerke erschufen.

Führung durch die Dominikanerkirche – 11 Uhr, Dominikanerkirche – Mit Adriana Hiller-Egner, Treffpunkt: Tor der Dominikanerkirche, Dominikanergasse 15

Dominikanerkirche © Monika Harrer Jalsovec

Die ab 1513 errichtete Klosterkirche Sankt Magdalena – heute besser bekannt als die Dominikanerkirche – blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Sowohl die Konfessionen als auch die Art der Nutzung wechselten durchaus hin und wieder. Zuletzt beherbergte dieser kulturhistorisch so wichtige Bau das Römische Museum Augsburg. Dieses musste im Dezember 2012 aus baulichen Gründen geschlossen werden, seither ist der Bau in einen Dornröschen-Schlaf gefallen und die bislang getätigten Sicherungsmaßnahmen finden meist statt, ohne dass man etwas bemerken würde. Die Führung gibt einen Überblick über die Baugeschichte der Kirche, die Sicherungsmaßnahmen der letzten Jahre und versucht einen vorsichtigen Ausblick in die Zukunft.

Online-Angebot: Ein kurzer Blick in die Geschichte Augsburgs – zu den Supraporten im 2. Stock des Schaezlerpalais – 11 Uhr, Digital via Zoom
Mit Heidemarie Hurnaus M.A.

Basierend auf dem Werk von Paul v. Stetten. d. J. zeigen die Supraporten im 2. Stock des Schaezlerpalais bedeutsame Ereignisse der Geschichte Augsburgs. In einem virtuellen Rundgang werden ausgewählte Gemälde vorgestellt. Anmeldung bis Freitag, 13. Mai, 18 Uhr (Nach Anmeldung wird ein Link zur Teilnahme gesendet)

Führung durch das Archäologische Zentraldepot – 11 Uhr, Stadtarchäologie – Mit Bettina Deininger M.A., Treffpunkt: Eingang, Zur Kammgarnspinnerei 9,

Die Archäologie im Stadtgebiet von Augsburg umfasst alle vorgeschichtlichen Epochen von der Jungsteinzeit über die Metallzeiten bis zur Erforschung der römischen Provinzhauptstadt Augusta Vindelicum und ihrer Umgebung (Straßen, Friedhöfe, Gutshöfe, Infrastruktur). Für die Bewahrung, Erforschung und Dokumentation dieses kulturellen Erbes sind die Stadtarchäologie und das Archäologische Zentraldepot im Augsburger Textilviertel zuständig. Interessierte haben die Möglichkeit, an einer Führung durch das neue Zentraldepot teilzunehmen. Es wurde im Jahr 2017 eröffnet. Bei dem Rundgang durch die Räumlichkeiten erfahren sie viele Details über das denkmalgeschützte Gebäude und die Arbeit der Stadtarchäologie. Außerdem werden exklusive Blicke auf besondere Fundstücke gewährt.

Führung durch den Hollstadel am Proviantbach – 12 Uhr, Proviantbachquartier – Mit Franz Grünwied M.A., Treffpunkt: Hof, Johannes-Haag-Str. 27

Hollstadel © Monika Harrer Jalsolvec/KSM

Der sogenannte Hollstadel ist sicher eines der ältesten Bauwerke im Proviantbachquartier. Das Gebäude ist am Namen des Bachlaufes und des umgebenden Quartiers nicht ganz unschuldig. Diesem auf den ersten Blick vielleicht etwas unscheinbarem Bau kam bei der Errichtung des Rathauses des Elias Holl große Bedeutung zu. Warum dies so ist, erfahren die Teilnehmenden in dieser Führung. Zudem gibt es einen Einblick in das Innere und die Zeugnisse der städtischen Baugeschichte, die dort heute verwahrt werden.

Führung durch die Dauerausstellung im Römerlager im Zeughaus – 12 Uhr, Römerlager im Zeughaus
Mit Margit Metzger, Treffpunkt: Kasse des Römerlagers

Diese Führung geht durch das „Römerlager“ im Zeughaus. Die dort ausgestellten Funde geben einen hervorragenden Überblick von den Anfängen der Römerzeit in Augsburg bis zu deren Ende. Insgesamt bedeutet dies eine Zeitreise durch zirka 400 Jahre der frühen Augsburger Geschichte. Wie wurde aus einem militärischen Stützpunkt die drittgrößte Stadt Bayerns?

Führung durch die Sonderausstellung „Hin und wieder zurück. Ein Schiffswrack im Schwarzen Meer“ 13 Uhr, Römerlager im Zeughaus – Mit Margit Metzger, Treffpunkt: Kasse des Römerlagers

Die Ausstellung zeigt in kompakter Form die Ergebnisse eines langjährigen Forschungsprojekts. Untersuchungsobjekt dieses Projekts ist ein römisches Handelsschiff, welches in der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. Vor der Küste der Provinz Moesia Inferior (heute rumänische Schwarzmeerküste) versunken ist. Die zunächst unspektakulär anmutende Ladung aus Leergut birgt eine überraschende Menge an Informationen und ist bis heute in dieser Form einzigartig.

Führung durch den Augsburger Glaspalast 13 Uhr, H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast – Mit Adriana Hiller-Egner, Treffpunkt: Kasse des H2, Beim Glaspalast 1

Wir kennen den Augsburger Glaspalast heute als Speicher für Gegenwartskunst und Bürogebäude, als er vor 111 Jahren am 1. Januar 1910 eingeweiht wurde, fanden hier zunächst 1200 Textilarbeiterinnen und -arbeiter einen neuen Arbeitsplatz. Der Architekt Philipp Jakob Manz plante und errichtete das Gebäude in weniger als einem Jahr für die mechanische Spinnerei und Weberei Augsburg (SWA). Die Führung versetzt zurück in die Zeit vor dem ersten Weltkrieg, als Augsburg in der Textilherstellung noch eine bedeutende Position innehatte und zeichnet die Geschichte des Gebäudes und des Textilviertels von damals bis heute nach.

Führung durch das prächtige Schaezlerpalais 14 Uhr, Schaezlerpalais – Mit Annette Kink M.A., Treffpunkt: Kasse des Schaezlerpalais

Die Besuchenden erfahren während dieser Führung vom Aufstieg der Familie Liebert von Liebenhofen und warum das Schaezlerpalais eben diesen Namen trägt. Zudem durchschreitet man auf dem Weg zum einzigartigen Festsaal des Hauses die Deutsche Barockgalerie mit all ihren Meisterwerken.

Führung durch die Ausstellung „European Trails. Europäische Fotokünstlerinnen der Gegenwart“ – 14 Uhr, H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast – Mit Dennis Gossner M.A., Treffpunkt: Kasse des H2, Beim Glaspalast 1

Vom 8. März bis 18. September 2022 zeigt das H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast EUROPEAN TRAILS, eine Ausstellung europäischer Fotografinnen und Künstlerinnen, die mit Fotografie arbeiten. Dabei geht es zentral um Fragen von Herkunft, Erinnerung und Identität. Die persönliche eigene Geschichte und deren Überlagerung und künstlerische Transzendierung in die jeweils aktuellen sozialen und politischen Zustände werden zum Spiegel einer wesentlichen Auseinandersetzung mit Lebensbedingungen und Machtverhältnissen zwischen Individuen, wie im gesellschaftlichen Bereich insgesamt.

Führung durch die Dauerausstellung des Maximilianmuseums 15 Uhr, Maximilianmuseum – Mit Christine Andrä M.A., Treffpunkt: Kasse des Maximilianmuseums

Das Maximilianmuseum liegt im historischen Zentrum von Augsburg. In den zwei Stadtpalästen Augsburger Kaufleutedynastien wurde 1855 das erste städtische Museum errichtet und nach dem bayerischen König Maximilian II. benannt. Das Stammhaus der Kunstsammlungen und Museen Augsburg bietet eine einzigartige Fülle an herausragenden Werken der Goldschmiedekunst, der Bronzekunst der Spätrenaissance, an wissenschaftlichen Instrumenten, Uhren und Automaten, an historischen Modellen, stadtgeschichtlichen und kunstgewerblichen Objekten. Sie alle stammen aus reichsstädtischer Zeit, als Augsburg die Kunstmetropole Deutschlands war. In dieser Führung wird den Besuchenden ein grundlegender Einblick in das Haus gegeben.

Führung durch das Lapidarium im Maximilianmuseum – 16 Uhr, Maximilianmuseum – Mit Dr. Christina von Berlin, Treffpunkt: Kasse im Maximilianmuseum

Das Maximilianmuseum besitzt in seinen Kellerräumen eine einzigartige Sammlung von steinernen Zeugnissen: Bauteile und Zierelemente zerstörter oder abgebrochener Gebäude, Skulpturen, Inschriftentafeln, Grenzsteine und Grabdenkmäler. Diese Kollektion ist von großem historischem und künstlerischem Wert. Die mehr als 300 Objekte vermitteln ein facettenreiches Bild der Augsburger Stadtkultur vom Mittelalter bis zum Ende der Reichsstadtzeit.