DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Dienstag, 07.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

IHK-Konjunkturumfrage für Augsburg: Entwicklung bleibt unsicher

Noch keine Entwarnung gibt die IHK für den Herbst: Weiterhin skeptisch sind vor allem Industriebetriebe in der Stadt Augsburg hinsichtlich der weiteren konjunkturellen Entwicklung in den nächsten Monaten.

Konnten bislang teilweise immer noch Auftragspolster abgearbeitet werden, so sind diese nun nahezu aufgebraucht, aber die erhofften Neuaufträge lassen noch auf sich warten. Dies ergibt die Konjunkturumfrage der IHK Schwaben unter ihren Mitgliedsunternehmen in der Stadt Augsburg. „Wir sind noch nicht über den Berg“, so Ernst Holme, Vizepräsident der IHK Schwaben und Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Augsburg-Stadt. „Die Entwicklung im zweiten Halbjahr 2009 bleibt unsicher.“

Grafik: IHK-Frühjahrsumfrage zur wirtschaftlichen Lage in Bayerisch-Schwaben

Grafik: IHK-Frühjahrsumfrage zur wirtschaftlichen Lage in Bayerisch-Schwaben


Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage seitens der Unternehmen unterscheidet sich kaum von der Bewertung zu Jahresbeginn und deckt sich auch mit den schwabenweiten Ergebnissen. Knapp jedes fünfte Unternehmen bezeichnet seine Lage in der Stadt Augsburg noch als gut, mehr als jedes dritte als schlecht. Vor allem die Industrieunternehmen können aufgrund stetig gesunkener Auftragseingänge nun keine ausreichende Auslastung mehr vorweisen. Seit Jahresbeginn musste der überwiegende Teil mit sinkenden Auftragsvolumina zurechtkommen. Drei von fünf Industrieunternehmen berichten von zu kleinen Auftragsbeständen. „Der Anstieg bei der Kurzarbeit verdeutlicht die Auftragslage vieler Unternehmen“, verweist Holme auf die Arbeitsmarktsituation in der Stadt. Bei der Umfrage gibt über die Hälfte der Unternehmen an, in nächster Zeit Entlassungen vornehmen zu müssen.

Erwartungen nach wie vor skeptisch

Die Erwartungen der Augsburger Unternehmen sind laut Umfrage nach wie vor skeptisch. Nur gut jedes zehnte Unternehmen erwartet sich in den kommenden Monaten eine Verbesserung seiner Geschäftslage, während nicht ganz die Hälfte von einer Verschlechterung ausgeht. Die Augsburger Unternehmerschaft zeigt sich damit etwas pessimistischer als die Wirtschaft in anderen Regionen Schwabens. Dort erwarten 20% einer Zunahme bei den Aufträgen, 41% gehen von einer Verschlechterung aus.

Erste positive Tendenzen sind im Inlandsgeschäft erkennbar. Holme: „Diese Zuwächse bei einigen Firmen werden jedoch nicht ausreichen, um den Arbeitsmarkt so stabil zu halten wie bisher“. Holme hofft, dass der Lichtstreif, der sich in anderen Bereichen und Regionen bereits zeigt, schneller auch auf die Stadt Augsburg überspringt als bislang vermutet. Von einer entspannten Situation könne man derzeit aber noch nicht reden.