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Dienstag, 10.12.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

BUNDESLIGA

FCA: Gregoritsch suspendiert

Harte Strafen für Gregoritsch: Der österreichische Nationalspieler fliegt aus dem Kader für das Bundesliga-Heimspiel gegen Hertha BSC und darf vorerst auch nicht mehr mit dem Kader trainieren

"Leiwand": Zwei Österreicher im Zweikampf Michael Gregoritsch (r.) versus Martin Harnik - als Gregoritschs Welt in Aubsburg noch in Ordnung war © Siegfried Kerpf/DAZ-Archiv

“Leiwand”: Zwei Österreicher im Zweikampf: Michael Gregoritsch (r.) versus Martin Harnik – als Gregoritschs Welt in Augsburg noch in Ordnung war © Siegfried Kerpf/DAZ-Archiv

Michael Gregoritsch steht beim FCA wegen seiner Aussagen bei der österreichischen Nationalmannschaft im Feuer. Der FC Augsburg lässt “seinen” Österreicher “zunächst” vom heutigen Donnerstag bis zum kommenden Dienstag nicht am Trainingsbetrieb teilnehmen, er wird also für das Heimspiel gegen Hertha BSC am Sonntag (15.30 Uhr) nicht zur Verfügung stehen. Hinzu kommt eine Geldstrafe in nicht genannter Höhe.

“Das Verhalten und die Äußerungen von Michael Gregoritsch sind in einem Mannschaftssport ein No-Go”, so Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter in einer FCA-Pressemitteilung vom späten Vormittag. “Mit seinen Statements lässt er große Zweifel aufkommen, ob er den Weg des FC Augsburg vollumfänglich mitgehen möchte. Michael Gregoritsch hat nun in den kommenden Tagen Zeit, sich über seine Äußerungen und sein Verhalten intensiv Gedanken zu machen”, so Reuter, der den abwanderungswilligen Spieler im Sommer noch unbedingt behalten wollte.

Im Rahmen der Euro-Qualifikation hatte sich Gregoritsch bei der österreichischen Nationalmannschaft frustriert bezüglich seiner aktuellen Reservistenrolle geäußert. „Für mich ist klar, dass ich im Winter unbedingt von Augsburg weg will“, so die unmissverständliche Kernaussage.

„Hauptsache weg“, zitierte ihn die Nachrichtenagentur APA. Seine Lage in Augsburg bezeichnete er laut Kleiner Zeitung als „beschissen“. Wie Gregoritsch bereits im Sommer klar machte, als Werder Bremen Interesse anmeldete, will der 25-Jährige den FCA verlassen. Damals war ein Wechsel offenbar an der hohen Augsburger Ablöseforderung gescheitert. Laut Pressemitteilung teilte Reuter Gregoritsch “die gemeinsame Entscheidung der Vereinsführung und des Trainers” am Donnerstag in einem persönlichen Gespräch mit.

Dreizehn Tore und fünf Pässe mit Torfolge in der Saison 2017/18 hatten Gregoritsch in seiner ersten Spielzeit zu einer großen Augsburger Hoffnung gemacht, da dem FCA genau der Spielertypus a la Gregoritsch fehlt(e). Nämlich torgefährliche Zentrumsstürmer, die auch das Spiel vor sich haben können, um auch Pässe in die Tiefe der Schnittstellen zu geben.

In dieser Saison fiel Gregoritsch in ein Formloch und durfte nur an sechs von elf Spieltagen mitspielen. Zweimal wurde er ein-, dreimal ausgewechselt. Am 6. Oktober stand er beim unsäglichen 1:5 in Gladbach letztmals in der Startelf.