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Montag, 04.10.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Goggelesbrücke: Allianz wächst

Zwei einflussreiche politische Gruppierungen votierten gestern für den Neubau der Goggelesbrücke: PRO Augsburg und die Bürgeraktion Pfersee nahmen die Berichte zur geplanten neuen Wertachbrücke der beiden Tageszeitungen der Stadt zum Anlass, um sich für die neue Goggelesbrücke zu positionieren.

„Abgesehen von den zahlreichen Sachargumenten für und gegen einen Neubau bleibt der menschliche Faktor – die Goggelesbrücke als Identifikationspunkt und Bestandteil der eigenen Geschichte. Eine emotionale Bindung an die Heimat ist wichtig für Menschen und man sollte nicht immer nur in Euro und Cent denken. Daher brauchen wir eine neue Brücke über die Wertach. Auch wenn Sie keine Kopie des alten Stegs sein wird, verbindet sie viele Menschen“, so Markus Wende, Vereinsgeschäftsführer von PRO Augsburg, in seinem Beitrag auf der Homepage von PRO Augsburg.

Zweigeschossige Goggelesbrücke - Bild: Wolfgang Konrad, Bürgeraktion Pfersee

Zweigeschossige Goggelesbrücke - Bild: Wolfgang Konrad, Bürgeraktion Pfersee


Dietmar Egger, Vorsitzender der Bürgeraktion Pfersee, spannt den verkehrstechnischen Kontext zur geplanten neuen Goggelesbrücke von allen Befürwortern am weitesten. Für die Bürgeraktion Pfersee ist die Goggelesbrücke nicht nur „als wesentlicher Baustein im Geh- und Radwegenetz für Pfersee unverzichtbar“. Die neue Brücke über die Wertach müsse auch als Schlüsselpunkt zur „Gesamtschau“ für den Augsburger Westen diskutiert werden. „Die Thematik lässt sich sich nicht losgelöst vom komplexen Aufgabenkatalog des Augsburger Westens betrachten. Nicht umsonst werden derzeit im Rahmen eines Stadtumbau-West-Projektes die Stadtteile Pfersee und Kriegshaber intensiv untersucht“, so Dietmar Egger in der gestrigen Pressemitteilung der Bürgeraktion Pfersee. „Die sogenannte Entlastungsstraße auf der Hangkante ist nicht zu sehen“, widerspricht Egger dem Gesamtverkehrsplan der Stadt.

Goggelesbrücke für Straßenbahnlinie 5

Die Bürgeraktion Pfersee geht weiterhin davon aus, dass die Bahn an der Ausfahrt des Güterbahnhofs nichts abtreten werde: “Wir müssen also annehmen, dass die Rosenaustraße noch lange einen Großteil der Verkehrslast zu tragen hat. Aber der Ideenwettbewerb liefert mit der Straßenbahnführung durch die Hörbrotstraße bereits eine Lösung, weil der kreuzende Verkehr erheblich leichter zu bewältigen ist.“ Dies sei die bessere Lösung, als mit den drei Linien 3, 5 und 4 die Kreuzung der Pferseer Straße völlig zu überfordern. Die Bürgeraktion Pfersee votiert aus diesen Gründen für eine imposante neue Goggelesbrücke: oben sollen die Straßenbahnen queren, unten die Radfahrer und Fußgänger.

Das Votum der Bürgeraktion Pfersee:

  • Führung der Straßenbahnen aus der Hörbrotstraße in die Westlage Perzheimstraße mit einer Haltestelle, daraus folgen kurze Umsteigewegen zur Luitpoldbrücke.
  • Weiterführung der Linie 5 entlang der Holzbachstraße. Die Holzbachstraße hat derzeit vier Spuren, zwei davon zum Parken. Wenn die westliche Parkspur für die Straßenbahn umgenutzt wird, muss die Grünanlage nur mit einem Stadteinwärtsgleis belastet werden.
  • Die Linie 5 kann dann weiter auf der Südseite der Bgm.-Ackermann-Straße über die Wertach geführt werden und gleichzeitig Rosenauviertel, die Bäder an der Schwimmschulstraße und den Plärrer bedienen.
  • Das dafür notwendige 2-stöckige Brückenbauwerk würde die Goggelesbrücke ersetzen. Oben, auf Straßenniveau die Trambahn, und untergehängt, auf Höhe der Wertachufer, ein Steg für Fußgänger und Radfahrer.


Zeichnung: BA Pfersee