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Dienstag, 22.10.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

Gästeführertag: Augsburg ins rechte Licht gerückt

Unter dem Motto „Augsburg – 2000 Jahre mitten in Europa“ fand auf Einladung des Gästeführervereins Augusta der 17. Bayerische Gästeführertag im Kongress am Park statt

Ludwig Wiedemann, Vorsitzender des Gästeführerverbandes „Augusta“ mit dem Augsburger Landtagsabgeordneten Johannes Hintersberger beim Bayerischen Gästeführertag. Foto: Georg Reichlmayr

Wenn die Gästeführer in den Wintermonaten nur wenig zu tun haben, treffen sie sich zum gegenseitigen Kennenlernen. Der Augsburger Gästeführerverein hatte in diesem Jahr aus Anlass der UNESCO-Bewerbung die Bayerischen Gästeführer nach Augsburg eingeladen. Rund 200 Teilnehmer aus ganz Bayern, aber traditionellerweise auch aus Österreich, der Schweiz und aus Tschechien, verfolgten im Kongress am Park die gebotenen Vorträge. Begrüßt wurden sie zunächst von den Veranstaltern, das ist traditionell der Gästeführerverein München  (1. Vorsitzende Reidun Alvestad-Aschenbrenner) in Kooperation mit dem Gästeführerverein vor Ort (Vorsitzender in Augsburg Ludwig Wiedemann). Vom Bundesverband der Gästeführer sprach Beate Krauße. Von Seiten der Stadt zeigte sich Eva Weber als begeisterte Augsburgerin, ebenso wie Staatssekretär a.D. Johannes Hintersberger, der auch Vorsitzender der Regio Augsburg Tourismus ist. Diese war durch ihren Geschäftsführer Götz Beck am Rednerpult vertreten, der im Zeichen der UNESCO-Bewerbung über das touristische Potenzial der Augsburger Wasserwirtschaft sprach. 

In dieselbe Kerbe schlug Ekkehard Schmölz vom Augsburger Stadtmarketing, der die Auswirkungen einer potenziellen UNESCO-Auszeichnung auf seinen Wirkungsbereich skizzierte. 

Überzeugend und kurzweilig bewies der aus Augsburg stammende Europa-Abgeordnete Markus Ferber, dass die Globalisierung schon unter Jakob Fugger funktioniert hat und die europäische Union nichts als die konsequente Fortführung seiner Wirtschaftspraktiken ist.  

Christian Frick, Jurist und Kassenwart des Bundesgästeführervereins, holte die Teilnehmer wieder in die Alltagsrealität zurück, indem er ihnen die „Poesie“ von Gerichtsurteilen zur steuerrechtlichen Behandlung der Gästeführertätigkeit erläuterte. Beim Abendprogramm im Riegele Wirtshaus sorgte nicht nur die Sängergruppe Julian Hohbauer für Kurzweil, sondern auch Mozarts Bäsle persönlich, dargestellt von Alexandra Kraft-Johns.  

Der Samstagvormittag brachte Fachvorträge zu Augsburger Themen: Dr. Christina von Berlin sprach über die Bedeutung der Augsburger Silberschmiede, während Dr. Gregor Nagler Elias Holl als Erbauer des Augsburger Rathauses vorstellte. Restaurator Klaus Häfner erläuterte die kunstgeschichtliche Bedeutung von traditionellen Handwerkstechniken. Dr. Fabian Flederer vom Haus der Bayerischen Geschichte stellte die diesjährige Bayerische Landesausstellung vor, die in Regensburg unter dem Motto „Hundert Schätze aus tausend Jahren“ stattfinden wird. 

Sein Kollege Dr. Andreas Kuhn ergänzte mit Angaben zur neuen Dauerausstellung im Museum für Bayerische Geschichte. Die Tagung endete traditionell mit der Vorstellung des nächsten Ausrichters im Jahr 2020: Pottenstein in Franken lädt im Januar des nächsten Jahres zum Treffen ein.

Da Gästeführer sich nicht mit der Theorie begnügen, luden die Augsburger Kollegen – bei zum Glück strahlendem Sonnenschein trotz Kälte – am Nachmittag zu mehreren Themenführungen ein. Die Gäste, von denen viele Augsburg noch nie besucht hatten,  zeigten sich überrascht und sehr angetan von der vielfältigen und sichtbaren Geschichte der Stadt. Ein Ausflugsangebot ins Wittelsbacher Land am Sonntag rundete das Angebot des Gästeführertags ab.



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