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Samstag, 04.04.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

„Friedensradler“ zu Besuch beim Augsburger „Mayor for Peace“

OB Gribl: Einsatz von Atomwaffen verhindern

Von Peter Feininger

Die Friedensradler Brigitte Schlupp-Wick und Wolfgang Schlupp-Hauck treten für eine Welt ohne Atomwaffen in die Pedale. Von Schwäbisch Gmünd radelten die beiden nach München, mittlerweile sind sie unterwegs nach Italien. Unterwegs besuchten sie die „Mayors for Peace“ (Bürgermeister für den Frieden) in Aalen, Herbrechtingen und Augsburg.

Von Schwäbisch-Gmünd nach Italien: Die „Friedensradler“ auf dem Augsburger Rathausplatz (Foto: Peter Feininger).

Von Schwäbisch-Gmünd nach Italien: Die „Friedensradler“ auf dem Augsburger Rathausplatz (Foto: Peter Feininger).


Aus diesem Anlass empfing Stadtrat Andreas Jäckel (CSU) zusammen mit Timo Köster, Projektleiter „Frieden und Interkultur“ die beiden Friedensradler sowie Aktivisten der Augsburger Friedensbewegung am vergangenen Freitag im Fürstenzimmer des Rathauses. Die Initiative „Mayors for Peace“, von den Bürgermeistern Hiroshimas und Nagasakis gegründet, setzt sich für eine Welt ohne Atomwaffen ein. Ihr gehören 395 deutsche Städte an, weltweit sind es zurzeit 4803 – Augsburg gehört seit 2004 dazu.

Jäckel betonte, das Thema Frieden sei eine der Marken, mit denen Augsburg sich gerne in Verbindung bringe. „Sinn des Ganzen“ sei es, an Rüstungsbetrieben und Militärstandorten mit Aktionen für Abrüstung und friedliche Konfliktlösungen einzutreten: „Italien schließen sich die Gemünder Friedensradler der italienischen Gruppe ‚Pace in Bici‘ an. Sie steuern dann Aviano an, wo der dortige Bürgermeister zum Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Nagasaki eine Gedenkveranstaltung am dortigen US-Militärflugplatz halten wird. Sie werden dort die Botschaften, die sie in den deutschen Rathäusern eingesammelt haben – also auch unsere –, verlesen und übergeben.“

Seit dem vergangenen Samstag sind die Friedensradler von München aus mit einer Gruppe von über 30 Teilnehmern unterwegs über den Brenner nach Norditalien. Unterwegs stoppen sie an Rüstungsbetrieben und Militärstandorten, um für Abrüstung und friedliche Konfliktlösung einzutreten. Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl schreibt in seinem Grußwort, das an den Bürgermeister von Aviano, an die Friedensradlergruppen und Aktivisten von „Global Zero Now“, „Auf Achse für den Frieden“ und „Pace in Bici“ adressiert ist: „Jedes Jahr am 9. August gedenkt die ganze Welt mit Schweigeminuten und Veranstaltungen der furchtbaren Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki. Auch Sie, die Friedensradler, alle haben sich dieses Jahr mit dem Rad nach Aviano aufgemacht, um hier auf Einladung des Bürgermeisters am Nato-Kernwaffen-Stützpunkt für eine atomwaffenfreie und friedliche Welt zu demonstrieren. Die Ereignisse in Fukushima haben uns in diesem Jahr bereits die zerstörerische Kraft der friedlichen Nutzung der Atomkraft vor Augen geführt. Umso mehr müssen wir vereint und mit aller Kraft einen Einsatz in bewaffneten Konflikten verhindern. Die gemeinsame Suche nach den Ursachen von Kriegen und nach einem dauerhaften Frieden hat in Augsburg eine viereinhalb Jahrhunderte lange Tradition.“

Wolfgang Schlupp-Hauck, einer der beiden Friedensradler aus Schwäbisch Gmünd, betonte bei seiner Ansprache im Fürstenzimmer des Augsburger Rathauses, wegen ihrer Überparteilichkeit könnten die Bürgermeister von „Mayors for Peace“ manchmal etwas freier auftreten. „Bei uns in Deutschland hat dies dazu geführt, dass es inzwischen nicht nur Forderung der Friedensbewegung sondern der Bundesregierung ist, dass die letzten Atomwaffen aus Büchel in der Eifel abgezogen werden. Passiert ist es noch nicht. In der NATO wird im Moment ja über die neue Sicherheitsstrategie, also auch die Atomstrategie, diskutiert. Da ist es nochmal notwendig, dass wir von der Friedensbewegung und die ‘Mayors for Peace’ Druck machen.“

Schlupp-Hauck ermutigte die Stadt Augsburg, gerade auch weil sie ein Rüstungsstandort sei, eindeutig für die Sache des Friedens Stellung zu nehmen. Es gehe ihm darum, an die Orte zu radeln, „wo Krieg vorbereitet wird, also an Militärstandorte oder Standorte von Rüstungsfirmen. Und das ist, denke ich, für eine Stadt wie Augsburg nicht immer einfach – wenn man in seinem Gebiet Rüstungsindustrie hat –, damit umzugehen, wenn man Friedensstadt sein will, wenn man Mayor for Peace sein will…“. Mit Beifall und Dank wurden die Friedensradler im Rathaus verabschiedet. Der Augsburger „Mayor for Peace“, OB Gribl, wünschte in seinem Grußwort der „Friedensaktion auf Achse“ viel Erfolg.

Der Autor dieses Artikels ist Mitglied der Internet-Redaktion des Forums solidarisches und friedliches Augsburg.

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