DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Donnerstag, 18.04.2024 - Jahrgang 16 - www.daz-augsburg.de

Stellungnahme

Friedensfest: Generalkonsulat des Staates Israel begrüßt Absage des Vortrags von Jakob Reimann

Generalkonsulat des Staates Israel begrüßt die Absage des Vortrags von Jakob Reimann beim Hohen Friedensfest in Augsburg und bezeichnet die Verschiebung der Veranstaltung als “schweren Kommunikationsfehler”

Israelische Generalkonsulin Carmela Shamir © Generalkonsulat des Staates Israel

Das Generalkonsulat des Staates Israel begrüßt die Entscheidung der Organisatoren, Jakob Reimann, einen der Boykott-, Desinvestitions- und Sanktionsbewegung (BDS) nahestehenden linken Autor und Blogger, nicht als Redner auf dem bevorstehenden Hohen Friedensfest in Augsburg auftreten zu lassen. Reimanns Vortrag hätte darauf abgezielt, den Staat Israel falsch darzustellen und zu diskreditieren. Die nun angekündigte Verschiebung auf einen späteren Zeitpunkt betrachtet das Generalkonsulat jedoch als schweren Kommunikationsfehler. Diese Ankündigung impliziert mangelndes Verständnis des Sachverhalts und dessen unzureichende Behandlung von Seiten des Veranstalters.

Das Hohe Friedensfest hat große Bedeutung als Plattform für Dialog, Verständigung und Friedensförderung. Bedauerlicherweise hätte das Festhalten an der Veranstaltung mit Herrn Reimann, einem Sympathisanten von BDS, die Grundsätze des Dialogs und des konstruktiven Engagements unterminiert. Die BDS-Bewegung zielt darauf ab, Israel zu delegitimieren und zu isolieren, was jede Chance auf einen sinnvollen Dialog oder Fortschritte auf dem Weg zum Frieden in der Region zunichte macht.

Das Generalkonsulat glaubt fest an die Bedeutung der freien Meinungsäußerung und der Förderung verschiedener Perspektiven. Die Einladung eines Redners, der aktiv an einer Bewegung beteiligt ist, die das Existenzrecht Israels zu untergraben sucht, ist jedoch nicht geeignet, Verständnis und Frieden zu fördern. Die Teilnahme von Jakob Reimann an der Veranstaltung hätte nur dazu gedient, Unwahrheiten aufrechtzuerhalten und die öffentliche Meinung weiter zu polarisieren.

Das Eingehen der Organisatoren des Hohen Friedensfestes auf die von mehreren Seiten vorgetragenen Forderungen, ihre Entscheidung zu überdenken und sich an den Prinzipien der Förderung von echtem Frieden und Verständigung zu orientieren, ist richtig und wichtig. Jakob Reimann zu empfangen und seiner israelfeindlichen Rhetorik eine Plattform zu bieten, hätte dem Geist der Veranstaltung widersprochen.

Erst vor wenigen Wochen fand in der Israeltischen Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg eine große Veranstaltung zum Thema Bekämpfung von Hasskriminalität und Antisemitismus statt, bei der sowohl Vertreter des Generalkonsulats als auch der Stadt Augsburg zugegen waren. Es wäre wünschenswert, wenn die zuständigen städtischen Stellen konsequent und unmissverständlich ihre damals postulierten Prinzipien der Bekämpfung von Intoleranz, Hass und Antisemitismus zur Grundlage ihres alltäglichen Handels erheben würden. Dies würde einen Zwischenfall wie diesen von Vornherein unmöglich machen.