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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Festival: Standortfrage soll nach einem Bürgertalk entschieden werden – SPD spricht sich bereits jetzt für Wittelsbacher Park bis 2020 aus

Die Stadt will wegen des umstrittenen Standortes des Modularfestivals einen Bürgertalk abhalten. Die SPD hält davon nicht viel und will das Festival bis 2020 im Wittelsbacher Park verorten.

Nach dem Festival ist vor dem Festival: Aufräumarbeiten im Wittelsbacher Park

Nach dem Festival ist vor dem Festival: Aufräumarbeiten im Wittelsbacher Park (c) DAZ


Die Zukunft des Standortes für das Jugend- und Popkulturfestival Modular bewegt die Gemüter und die Politik. Dies beweist die öffentliche Diskussion und eine Vielzahl an Zuschriften, die die Stadtverwaltung zu dem Thema erreichen – sowohl pro als auch contra. Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und die für den „Kongress am Park“ zuständige Bürgermeisterin Eva Weber haben sich nun auf ein Vorgehensweise zur Entscheidungsfindung festgelegt: „Das Modular Festival steht nicht zur Debatte, ich unterstütze es uneingeschränkt seit 2008“, so Oberbürgermeister Kurt Gribl. „Aber wir sollten mit den Bürgern sprechen, und nicht an ihnen vorbei entscheiden“.

Deshalb soll im September 2017 eine Dialogveranstaltung im Kongress am Park stattfinden, an der sich sowohl Befürworter einer Fortsetzung im Wittelsbacher Park als auch Anwohner und Kritiker beteiligen können. Der „Bürgertalk Modular“ wird von der Kommunikationsabteilung der Stadtverwaltung organisiert und vorbereitet, Termin und genauer Ort werden noch im Laufe des Juli bekannt gegeben. Der Bürgertalk wird auch Gelegenheit geben, genaue Informationen über die Maßnahmen zum Naturschutz und ihre Wirkungen sowie die Sichtweise des Ordnungsamtes zu erfahren.

Der Stadtjugendring soll Gelegenheit erhalten, die in diesem Jahr durchgeführten Maßnahmen vorzustellen und den Bürgern so die Möglichkeit geben, sich umfassend zu informieren. Auch Kulturreferent Thomas Weitzel, der dem Festival durch eine Vertragsanpassung erst im Jahr 2016 eine jährliche Durchführung ermöglicht hat, sieht in der Dialogveranstaltung eine gute Gelegenheit, die unterschiedlichen Interessenslagen konstruktiv abzuwägen: „Das Modularfestival ist Popkultur vom Feinsten mit einem hohen Maß an bürgerschaftlichem Engagement. Wir sollten uns bemühen, dass daraus kein Politikum wird“.

Das moderierte Format „Bürgertalk“ war erstmals im Dezember 2016 zur Theatersanierung in der Brechtbühne abgehalten worden. Es gibt auch dem Publikum die Möglichkeit, auf dem Podium mitzureden und ins direkte Gespräch mit den Verantwortlichen zu kommen.

Davon hält die Augsburger SPD offenbar nicht viel, wie deren Fraktionsvorsitzende Margarete Heinrich in der heutigen Ausgabe der Augsburger Allgemeinen zu Protokoll gibt. Es würden in dieser Angelegenheit einfach zwei Fronten aufeinander treffen, weshalb ein Lösungsansatz schwierig erscheine. Wenn man das Festival wirklich wolle, dann müsse man zum Standort stehen oder als Stadt mehr Geld in die Hand nehmen. Die klare SPD-Positonierung fand statt, nachdem der Stadtjugendring bei der SPD-Fraktion zu Besuch war. Der Stadtjugendring wäre gerne aufs Gaswerkgelände gegangen, doch 2018 würden dort wegen laufenden Bauarbeiten nur 3000 Besucher zugelassen. Deshalb wolle die SPD, um dem Stadtjugendring Planungssicherheit zu geben, das Festival bis 2020 im Wittelsbacher Park verorten. Damit finden die Sozis Unterstützung bei Pro Augsburg. Die dreiköpfige Fraktion zeigte sich bereits wenige Tage nach Festival-Ende davon überzeugt, dass das Modular in den Wittelsbacher Park gehöre.

Von den beiden anderen Parteien des Regierungsbündnisses sind noch keine Standortfestlegungen getroffen worden. Bernd Kränzle sagte auf Anfrage, dass das Thema am kommenden Dienstag in der CSU-Fraktion besprochen werde. Die Grünen zeigten sich bereits kurz nach dem Festival vom Konzept und der Location begeistert, vermeiden aber bisher eine klare Aussage zum Standort. Zu vermuten ist, dass sowohl die CSU als auch die Grünen mit dem Vorschlag aus dem OB-Referat konform gehen und sich deshalb erst nach dem Bürgertalk im September positionieren werden.



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