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Dienstag, 10.01.2023 - Jahrgang 15 - www.daz-augsburg.de

FCA: Woche der Hiobsbotschaften

Nach drei erfolgreichen Spielen in Folge könnte der FCA heute im Heimspiel gegen Wolfsburg vor dem 9. Spieltag Optimismus ausstrahlen. Doch der Verlauf der vergangenen Woche gibt dazu wenig Anlass.

Andrè Hahn

André Hahn verletzte sich während des Schalke-Spiels am Knie und muss nun unters Messer, wie FCA-Trainer Enrico Maaßen bekannt gab: „Bei André ist es sehr schlimm. Er hat sich eine schwere Knieverletzung am Knorpel zugezogen und wird mehrere Monate lang ausfallen. Passiert ist es beim Spiel auf Schalke, wo er noch weitergespielt hat. Nach dem Spiel ist das Knie dann dick geworden. Er ist zwar mit einer Bandage am Knie ins Spiel gegangen, aber das war etwas anderes. Jetzt ist das Knie kaputt und muss operiert werden. Festgestellt worden ist die Verletzung erst unter der Woche. Bei welcher Situation im Spiel gegen Schalke es passiert ist, weiß keiner so wirklich. Wir werden ihn bestmöglich unterstützen, damit er stark wieder zurückkommt. Er ist ein starker Charakter.“ André Hahn ist 32 Jahre alt und in diesem fortgeschrittenem Fußballalter führen Verletzungen dieser Art zu einer langen Rückkehrphase. Weshalb die DAZ an dieser Stelle André Hahn, der sich in der Form seines Lebens befand, eine schnelle Genesung wünscht.

Erneut verletzt hat sich Niklas Dorsch, der am gestrigen Freitagabend in der U 23 Regionalligamannschaft des FCA ein 45-minütiges Comeback feiern sollte, aber nach 16 Minuten humpelnd vom Platz geführt wurde. Wie der FCA via Twitter mitteilte, hat sich Dorsch „wohl erneut am Fuß verletzt“. Dorsch hatte sich eine Woche vor Bundesligastart beim Testspiel gegen Stade Rennes den Mittelfuß angebrochen. Ob die alte Verletzung wieder aufgebrochen ist, steht aktuell nicht fest, zu befürchten ist es jedenfalls. Dorsch müsste in diesem Fall operiert werden und fiele wiederum sehr lange aus.

Auch der Einsatz von Rafal Gikiewicz steht noch nicht sicher fest. Gikiewicz hatte sich auf Schalke bei einer Aktion, die deutlich Abseits war, aber nicht abgewunken wurde, einen Bluterguss am Oberschenkel zugezogen.

Sicher fehlen wird dagegen ebenfalls Mergim Berisha, der gegen Schalke, pardon, zwei dumme Gelbe Karten kassierte und deshalb ein Spiel aussetzen muss.

Nach dem Gegurke gegen Mainz, Hoffenheim und Hertha hatte FCA-Trainer Maaßen ein Einsehen, stellte sein System um und ließ die Augsburger den Fußball spielen, den sie können. Mit Erfolg: Drei Siege gegen Bremen, Bayern und Schalke ließen die Kritiker verstummen. Besonders der zuvor schwächelnde Torhüter Gikiewicz entwickelte Hochform, Hahn arbeitete mit Demirovic und Berisha den Ball nach vorne und alle drei zeigten zwischendrin, dass sie auch das Spielgerät fein behandeln können. Von den fantastischen Vier werden gegen Wolfsburg zwei sicher fehlen.

Zu den Dauerverletzten Oxford, Uduokhai und Dorsch kommt nun Hahn dazu, der dem FCA sehr abgehen wird, da er die Nahtstelle zwischen Angriff und Verteidigung mit Leidenschaft und Kampfkraft gestaltete und dabei zuletzt Großartiges leistete. Gut möglich, dass für Hahn Frederik Jensen beginnt. Niederlechner und Demeriovic könnten als zentrale Spitzen mit Anlaufaufgaben wie bisher betraut werden, während Ruben Vargas dahinter mehr Freiräume erhalten sollte, da Vargas zuletzt auf der linken Seite im Zusammenwirken mit Iago nicht gut funktionierte. Auch der in den letzten Spielen nicht berücksichtigte Arne Maier könnte ein Startelf-Comeback feiern.

Gegen Wolfsburg fuhr der FCA seine höchste Bundesliganiederlage ein (8:1 in der Saison 2018/19). Insgesamt sieht die Bilanz der beiden Mannschaften aber ziemlich ausgeglichen aus: Aus 22 Paarungen stehen 7 Siege für den FCA,  7 Unentschieden und 8 Niederlagen zu Buche. Während der FCA mit 12 Punkten nach 8 Spieltagen voll im Soll steht, spielt der VfL Wolfsburg bisher deutlich unter seinen Möglichkeiten, weshalb Wolfsburg Trainer Kovac nach 5 sieglosen Partien mit seinem Rauswurf rechnen durfte. Doch auch die Wölfe befinden sich im Aufwärtstrend: 2 der letzten 3 Spiele wurden gewonnen.

Das Spiel beginnt um 15.30 Uhr und hat einen Fifty-Fifty-Charakter. Sollte der FCA gegen Wolfsburg gewinnen, könnte er die längste Siegesserie seit Bundesligazugehörigkeit vermelden, wäre Augsburg die Mannschaft der Stunde und würde sich an das obere Drittel der Tabelle anflanschen.