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Freitag, 01.03.2024 - Jahrgang 16 - www.daz-augsburg.de

Bundesliga

FCA vs. Union: Die Zeichen stehen auf Sieg

Es gibt eine Reihe Fußballklubs, die sich im Fußballgeschäft durch den Impact ihrer Fankultur einen gewissen Restbestand an Identität bewahrt haben. Alemannia Aachen, 1860 München, Kaiserslautern, Düsseldorf gehören dazu. Rot-Weiß Essen, Schalke, St. Pauli oder Dynamo Dresden sollte man auch dazu zählen. Was diese Klubs und andere neben ihrem begeisterungsfähigen Anhang ebenfalls eint, ist der Sachverhalt, dass sie lange nicht mehr erstklassig sind. Würde man jedoch eine Tabelle erstellen, welcher Klub am stärksten von der Treue und dem Einfluss seiner Fans lebt, wäre in Deutschland Union Berlin vermutlich auf Platz eins.

Von Siegfried Zagler

Der ehemalige Ostklub schien gegen alle Gesetze des Geschäfts an seinem Trainer Urs Fischer festzuhalten, obwohl Union – in der Vorsaison noch für die Champions League qualifiziert – 12 Spiele in Folge verloren hatte, zeigten sich Präsident Dirk Zingler und die Union-Fans robust und stützten Fischer. Als vor dem letzten Heimspiel Fischers Name vom Stadionsprecher genannt wurde, hallte durch die Alte Försterei aus 20.000 Kehlen: „Fußballgott“.

Am darauf folgenden Spieltag war es nach  der 4:0-Pleite in Leverkusen dann doch ganz anders: Urs Fischer musste nach 14 sieglosen Spielen gehen. Nach der Länderspielpause beginnt in Köpenick nach Fischer, der als Garant aller Erfolge galt, die Stunde Null – ausgerechneten gegen den FCA, der bisher ein Garant dafür war, dass Klubs ihre Negativserien beenden. Vier Heimpleiten ohne eigenen Treffer stehen bei den einst so heimstarken Köpenickern zu Buche: gegen Eintracht Frankfurt (0:4), den VfB Stuttgart (0:3), die TSG Hoffenheim (0:2) und RB Leipzig (0:3).

Realisieren sollen den Turnaround das  Interimstrainer-Duo Marco Grote und Assistentin Marie-Louise Eta. Beide trainierten vorher zusammen die A-Jugend von Union. „Es geht nicht darum, alles auf links zu drehen, sondern um Nuancen, dass wir die Stärke in der Defensive wieder erlangen und in der Offensive ein paar Optionen mehr schaffen“, sagte Grote vor dem Spieltag gegen Augsburg, über den er nicht weiter hinaus denken möchte.

Die Augsburger stellen aktuell aber genau das Gegenteil von Union dar: Sie befinden sich im Aufwind, den ebenfalls ein Trainerwechsel mitbrachte: Unter ihrem neuen Chefcoach Jess Thorup holten die bayerischen Schwaben acht Punkte aus vier Spielen: Siege gegen Heidenheim und Wolfsburg und zuletzt zwei Unentschieden gegen Köln und Hoffenheim brachten den FCA ins Mittelfeld (13 Punkte), während die Berliner zusammen mit Köln das Tabellenende zieren (6 Punkte).

2.200 Fans werden aus Augsburg in der Alten Försterei dabei sein, wenn es darum geht, den Köpenickern eine weitere Niederlage zuzufügen, denn „Wir fahren dort hin, um zu gewinnen, sonst könnte wir ja gleich zu Hause bleiben“, sagt Jess Thorup selbstbewusst. Und natürlich hat er jeden Grund dazu, da der FCA in 12 Pflichtspielen gegen Union nur eine Partie verlor (5 Siege, 6 Unentschieden).