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Montag, 06.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

FCA vs. Kaiserslautern 4:1

von Siegfried Zagler

In einem hochklassigen Spiel fügte der FC Augsburg dem Tabellenführer 1. FC Kaiserslautern die erste Auswärtsniederlage zu und stellte am gestrigen Montagabend in der impuls arena vor 23.124 Zuschauern erneut sein großes Potenzial unter Beweis.

Für die Augsburger, die mit der gleichen Anfangsformation wie gegen 1860 ins Spiel gingen, war es ein Auftakt nach Maß. In der zweiten Minute leistete sich Lauterns Torhüter Sippel einen kapitalen Bock, vertändelte an der Außenlinie den Ball an Stephan Hain, der aus spitzem Winkel das 1:0 erzielte. Von nun an entwickelte sich ein temporeiches Spiel, in dem die Augsburger das Sonntagsversprechen ihres Trainers Jos Luhukay einlösten und mit viel Leidenschaft und großem Einsatzwillen „richtig guten Fußball“ spielten. In der ersten Halbzeit hatte das Match erstligareife Intensität und das beste Niveau, das man bisher in der impuls arena zu sehen bekam. Die Lauterer traten mit breiter Brust auf und ließen von Beginn an trotz des frühen Rückstands nie Zweifel daran aufkommen, dass sie das Spiel gewinnen wollten. Die Pfälzer enttäuschten nicht, sondern spielten durchgehend selbstbewusst auf Angriff, während der FCA sich nach dem frühen Führungstor aufs Konterspiel verlegte, ohne sich dabei tief in die eigene Hälfte zurückziehen zu müssen, da es die FCA-Offensive und das Mittelfeld hervorragend verstand, das Spiel in jedem Teil des Spielfeldes eng zu halten. Die Abwehrleistung der gesamten Mannschaft verdiente sich Bestnoten. Die ballsicheren Lauterer wurden früh und wirksam am Spielaufbau gestört – und so war es Michael Thurk, der aus 18 Meter die große Möglichkeit zum 2:0 hatte. Aber Augsburgs Goalgetter, dessen Vertragsverlängerung vor Spielbeginn bekannt gegeben wurde, konnte den aussichtsreichen Ball per Schlenzer nur aufs Außennetz heben. Erst in der 29. Minute eröffnete sich für den 1. FCK die erste ernsthafte Torchance. Beinahe im Gegenzug fiel das 2:0 des FCA. Ein wunderschönes Tor: Traore flankte von halblinks und Marcel Ndjeng konnte an der Fünfmeterlinie – bedrängt von Bugera – artistisch mit dem Außenrist ins Gästegehäuse ablenken. Die Augsburger gingen weiterhin konzentriert und mit viel Laufarbeit zu Werke und ließen kaum geordnete Aktionen der spielstärkeren Lauterer vor dem eigenen Strafraum zu.

Torminator Thurk netze zum 3:1 ein

Nach der Pause fanden die Pfälzer zunächst kein Mittel, um die kompakt stehende FCA-Abwehr in Verlegenheit zu bringen. Die Augsburger standen nah am Mann und konnten mit hohem Laufeinsatz und Kampfkraft die Anschlussbemühungen des Tabellenführer unterbinden. Marco Kurz reagierte und brachte mit Lakic für einen Mittelfeldspieler den dritten Stürmer ins Spiel (63.), worauf Luhukay für den Angreifer Hain mit Hegeler einen zusätzlichen Abwehrspieler einwechselte (68.). Wenige Minuten zuvor hatte der FCA die große Chance das Spiel zu entscheiden, aber Hain fand in Sippel seinen Meister. Nun schienen die Kräfte der Augsburger langsam zu schwinden, und nach Jendriseks Anschlusstreffer per Flugkopfball musste der Augsburger Anhang mit dem Schlimmsten rechnen. Doch der FCA verstand es das Spiel weiterhin offen zu gestalten. In der 76. Minute war es wieder einmal „Torminator“ Thurk, der mit der linken Sohle eine Flanke aufs Tor brachte und den Postenabpraller noch in der Bewegung gedankenschnell mit rechts einnetzte. Kaiserslautern steckte jedoch keineswegs auf und erspielte sich noch drei Großchancen. Erst in den letzten Minuten fügten sich die Pfälzer in die Niederlage und in der Nachspielzeit konnte der kurz vorher für Thurk eingewechselte Sandor Torghelle mit einem Heber den 4:1 Endstand herstellen.

Nach dieser erstligatauglichen Vorstellung des FCA sollte es auch der letzte Skeptiker begriffen haben, dass man nicht nur mit dem Aufstieg in die Erste Bundesliga liebäugeln sollte, sondern dass man diese große Möglichkeit in dieser Saison mit brennendem Herzen ins Visier nehmen muss.

FCA: Jentzsch – Reinhardt, Möhrle, de Roeck, Buck, Sinkala, Traore, Brinkmann (89. da Costa), Ndjeng, Thurk (85.Torghelle), Hain (68.Hegeler).