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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

FCA vs. Freiburg: Fußball ist ein Spiel, das man nicht verstehen kann

Der FC Augsburg erkämpft sich im letzten Spiel der Bundesliga-Hinrunde gegen den SC Freiburg ein 3:3-Unentschieden. Vor 26.345 Zuschauern in der Augsburger WWK-Arena erzielte Alfred Finnbogason bereits nach 56 Sekunden die Führung der Augsburger (1.), doch Christian Günter (20.) und Nils Petersen (48./65.) drehten das Spiel zugunsten der Gäste – dachte jeder im Stadion, da der FCA in der Schlussphase nur noch mit langen Bällen operierte und kaum noch einen strukturierten Angriff zustande brachte. Doch dann nickte Finnbogason noch zwei Flankenbälle aus kurzer Distanz zum 3:3-Endstand ein (90./90.+3).

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 31 25-03-03 84:22 (+62) 78
2.FC Schalke 04 31 16-08-07 49:35 (+14) 56
3.Borussia Dortmund 31 15-09-07 61:41 (+20) 54
4.Bayer 04 Leverkusen 31 14-09-08 55:41 (+14) 51
5.1899 Hoffenheim 31 13-10-08 60:44 (+16) 49
6.RB Leipzig 31 13-08-10 47:47 (0) 47
7.Eintracht Frankfurt 31 13-07-11 41:40 (+1) 46
8.Borussia Mönchengladbach 31 12-07-12 42:48 (-6) 43
9.Hertha BSC 31 10-12-09 38:35 (+3) 42
10.VfB Stuttgart 31 12-06-13 29:35 (-6) 42
11.FC Augsburg 31 10-10-11 40:40 (0) 40
12.Werder Bremen 31 09-10-12 34:38 (-4) 37
13.Hannover 96 31 09-09-13 38:47 (-9) 36
14.VfL Wolfsburg 31 05-15-11 30:40 (-10) 30
15.1. FSV Mainz 05 31 07-09-15 32:49 (-17) 30
16.SC Freiburg 31 06-12-13 26:51 (-25) 30
17.Hamburger SV 31 06-07-18 24:48 (-24) 25
18.1. FC Köln 31 05-07-19 31:60 (-29) 22
Der FCA begann wie die Feuerwehr, schoss das schnelle 1:0 und presste intensiv und extrem hoch. In der Anfangsphase wussten die Freiburger nicht, wie ihnen geschah, da sie nicht ins Spiel fanden und kaum Luft zum atmen hatten, da der FCA in den ersten 15 Minuten die Räume bereits in der Freiburger Hälfte dergestalt dicht zustellte, sodass den Breisgauern keine einzige nennenswerte Spieleröffnung gelingen sollte. Nach zirka 20 Minuten ließ das Pressing der Augsburger deutlich nach und der SC Freiburg zeigte sich zunehmend handlungschnell, strukturierter und ballsicherer als die Augsburger. So ging die 3:1-Führung der Gäste nach 65 Minuten auch vollkommen in Ordnung. Als die Zuschauer bereits frustiert in Scharen abwanderten, kam Finnbogason mit Köpfchen. Ausgerechnet Alfred Finnbogason, möchte man sagen, verwandelte mit seinen beiden Kopfbällen ein bereits verloren geglaubtes Spiel in einen gefühlten Sieg. Wer nun sagt, er könne das Resultat erklären, hat ein taktisches Verhältnis zur Wirklichkeit des Fußballs. Ein Spielbericht von Udo Legner folgt am Sonntag nach dem Kirchgang.

Auf bemerkenswerte Vorkommnisse, die für Unmut auf den Rängen sorgten, soll an dieser Stelle aber in einem Kurzkommentar hingewiesen werden.

Erstens hat die Öffentlichkeit ein Recht darauf zu erfahren, wie viele Zuschauer tatsächlich im Stadion sind, was nicht möglich ist, wenn der FCA stets so tut, als wären alle Dauerkartenbesitzer anwesend. Zweitens regte sich Marwin Hitz in der 68. Minute zurecht maßlos darüber auf, dass er von den eigenen Fans ausgepfiffen wurde, als er einen Ball trotz einem 1:3-Rückstand ins Seitenaus spielte, statt den Ball mit mehr Risiko im Spiel zu halten. Der Kredit der FCA-Fans scheint sich schnell aufzubrauchen. Drittens ist es bemerkenswert, dass bereits während des Prozederes des Videobeweises nicht nur beide Fanlager, sondern auch viele Zuschauer auf der Gegengerade in die Schmähgesänge gegen den DFB einstimmten. Als dann der klare Elfmeter wegen eines unklaren Handspiels, wovon niemand im Stadion etwas mitbekommen hatte, nicht gegeben wurde, erhoben sich die DFB-Schmähgesänge (beider Fanlager!) zu einem Orkan.

Die Zuschauerzahlen sind rückläufig, die Einwände gegen die aktuelle Videobeweis-Praxis sind berechtigt und die Verachtung der Stadionbesucher für den DFB nachvollziehbar. So macht der DFB den Fußball kaputt. Der Videobeweis muss in der Winterpause abgeschafft werden. Ein Neustart mit einem klaren, einfachen und für den Stadionbesucher nachvollziehbaren Regelwerk muss mit dem Aus in der Winterpause nicht ausgeschlossen werden. Doch nach den ersten 17 Runden gilt nur der Imperativ: Weg mit dem Mist! (Siegfried Zagler)



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