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Mittwoch, 01.07.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

FCA verliert gegen Hoffenheim

Nach dem vermeintlichen Befreiungsschlag in Mainz versäumte es der FCA im Heimspiel gegen den Tabellensiebten aus Hoffenheim nachzulegen und das Abstiegsgespenst endgültig zu vertreiben. Nach der 1:3 Niederlage und dem sechsten sieglosen Heimspiel in Folge richtet sich der Blick von Heiko Herrlich und seinem Team jetzt wieder nach unten, da durch den Last-Minute-Punktgewinn der Düsseldorfer in Leipzig das Abrutschen auf den Relegationsplatz immer noch möglich ist.

Von Udo Legner

Angesichts der Belastung seines Teams in der dritten Partie innerhalb von sechs Tagen nahm FCA-Coach Heiko Herrlich gleich sechs Wechsel vor. Gegenüber der Partie in Mainz standen Lichtsteiner, Suchy, Baier, Jedvaj, Löwen und Finnbogason für Framberger, Udukhai, Khedira, Sarenren Bazee, Richter und Niederlechner (alle auf der Bank) in der Startelf. 

Starker Start der Gäste

Von Beginn an unterstrichen die selbstbewussten auftretenden Hoffenheimer (24 Auswärtspunkte!) mit druckvollem Offensivspiel ihre Ambitionen auf eine Qualifikation für den Europapokal. Trotz frühen Anlaufens und hohen Pressings fand der FCA nur schwer ins Spiel, was auch ein Blick auf die Statistik belegt: 80 Prozent Ballbesitz für die Gäste in den ersten zehn Spielminuten. Aufgrund der fehlenden Präzision vor dem Augsburger Tor konnten die Hoffenheimer daraus jedoch kein Kapital schlagen. Nach einer Viertelstunde fand der FCA besser ins Spiel und erarbeitete sich gar ein Chancenplus. Eine Halbchance von Löwen (16.), dessen Distanzschuss am Hoffenheimer Tor vorbei rauschte, eine Großchance von Philipp Max, der nach schönem Zuspiel von Löwen nur das Außennetz traf (23.). Das war es aber auch schon mit der Augsburger Herrlichkeit. 

Dreimal im Glück: Luthe, Latte, Lichtsteiner

Vor allem bei den Standards blieb der FCA unter seinen Möglichkeiten und konnte von Glück sagen, dass die Hoffenheimer am Ende der ersten Halbzeit nicht in Führung gingen. In der 42. Minute kam Bruun Larsen nach einem Zusammenprall mit FCA-Defensivspieler Stephan Lichtsteiner zu Fall und dass dies nicht geahndet wurde, kann im besten Fall als das Glück des Tüchtigen verbucht werden. Dass der FCA vor Seitenwechsel nicht in Rückstand geriet, verdankte er aber nicht nur dem Unparteiischen Deniz Aytekin, sondern einmal mehr Torwart Andreas Luthe. Dieser schien nach einem Baumgartner-Kopfball die Schwerkraft zu überwinden und lenkte den Ball mit einer spektakulären Parade an die Latte.

Fazit zur Halbzeit: Ein intensives Spiel, das hüben wie drüben vom hohen Einsatz lebt, dem aber noch die großen spielerischen Momente fehlen.

Der Beginn der zweiten Halbzeit war ein Spiegelbild der ersten zehn Minuten der Begegnung, wenn auch mit zwei markanten Unterschieden. Zum einen war die Dominanz der Gäste nach den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit keineswegs beendet, zum anderen trugen die Hoffenheimer – zum Leidwesen des FCA – ihre Angriffe jetzt mit der lange vermissten Effektivität vor. 

Effiziente Hoffenheimer und Hiobsbotschaft aus Leipzig

Während Benjamin Hübners Schuss (58.) noch an die Latte ging, erzielte Munas Dabbur nach Flanke von Pavel Kaderabek nur wenig später (59.) die Führung für die TSG Hoffenheim. Für den FCA sollte es noch schlimmer kommen: Nur drei Minuten später stand es 2:0 für die Gäste (62.) und wieder war es Dabbur, der nach einem Latten-Kopfball von Ilas Bebu per Nachschuss Andreas Luthe das Nachsehen gab. Beim FCA flackerte noch einmal kurz Hoffnung auf, als Ruben Vargas nach einem Eckball seine endlos torlose Zeit beendete und gekonnt ins lange Eck einköpfte (69.). Unmittelbar nach diesem Anschlusstreffer bemühte sich der FCA noch kurz um den Ausgleich, fand aber gegen die gut disponierte Hoffenheimer Abwehr keine Mittel. Auf der Gegenseite rissen Bebou, der in der 89. Minute den 3:1 Endstand für die Gäste erzielte und die Nachricht vom späten Ausgleich des Abstiegskonkurrenten Düsseldorf in Leipzig den FCA aus allen Träumen.

Durch diese erneute Heimniederlage des FCA gegen Hoffenheim und die Punktgewinne der Abstiegskonkurrenten Mainz, Union Berlin sowie Düsseldorf geht es mit Spannung pur in die letzten beiden Spieltage. Sollte der FCA das Kunststück fertig bringen, die nächsten Partien in Düsseldorf  (Samstag, 15.30 Uhr) und das folgende Heimspiel gegen Leipzig hoch zu verlieren, könnte im schlimmsten Fall am letzten Spieltag (Düsseldorf spielt bei Union Berlin) nach neun Jahren Bundesliga erstmals gar der bittere Gang in die Relegation drohen.

FCA: Andreas Luthe; – Stephan Lichtsteiner; Jeffrey Gouweleeuw; Marek Suchý; Tin Jedvaj; – Daniel Baier; Ruben Vargas; Carlos Gruezo; Philipp Max; Eduard Löwen; – Alfred Finnbogason;

Eingewechselt: Raphael Framberger (83.); Marco Richter (65.); André Hahn (83.); Florian Niederlechner (65.); Reece Oxford (83.);

Ausgewechselt: Stephan Lichtsteiner (65.); Tin Jedvaj (83.); Daniel Baier (83.); Philipp Max (83.); Alfred Finnbogason (65.); –

Auswechselbank: Tomáš Koubek (TW); Felix Uduokhai; Rani Khedira; Noah Sarenren Bazee;

Tore:

0:1 Munas Dabbur (59.)
0:2 Munas Dabbur (62.)
1:2 Ruben Vargas (69.)
1:3 Ihlas Bebou (89.)

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenFC Bayern32244493:316276
2Borussia DortmundDortmund32206682:374566
3RB LeipzigRB Leipzig321712379:344563
4Bayer LeverkusenLeverkusen32186860:421860
5Bor. MönchengladbachM'gladbach32185961:382359
6VfL WolfsburgWolfsburg3212101044:41346
71899 HoffenheimHoffenheim321371245:53-846
8SC FreiburgSC Freiburg321291143:44-145
9Eintracht FrankfurtFrankfurt321251555:57-241
10FC Schalke 04Schalke 04329121137:50-1339
11Hertha BSCHertha BSC321081445:57-1238
121. FC Union BerlinUnion Berlin321151638:54-1638
131. FC Köln1.FC Köln321051749:62-1335
14FC AugsburgAugsburg32981543:60-1735
151. FSV Mainz 05Mainz 05321041841:63-2234
16Fortuna DüsseldorfDüsseldorf326111535:63-2829
17Werder BremenSV Werder32771835:65-3028
18SC Paderborn 07Paderborn32482034:68-3420