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Montag, 20.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Bundesliga

FCA: Trotz Neuverpflichtung das alte Lied

Wer den FCA durch die Last Minute Neuverpflichtung von László Bénes auf dem Weg der Besserung wähnte, wurde am 20. Spieltag bei der hochverdienten 0:2 Heimspiel-Niederlage gegen den Tabellendritten aus Wolfsburg aus allen Träumen gerissen.

Von Udo Legner

Im Vergleich zur 1:3 Niederlage in Dortmund nahm FCA-Coach Heiko Herrlich drei Wechsel vor: Neben der Gladbach-Leihgabe Bénes (für Vargas, Bank) liefen Pedersen (für Oxford, Bank) und Gumny (für den verletzten Iago) auf. Gegen die kompakte Defensive der Wolfsburger – seit drei Bundesliga Partien ohne Gegentreffer und mit 19 Gegentoren die zweitbeste Abwehr der Liga nach dem Tabellenzweiten Leipzig – tat sich der FCA von Beginn an schwer. Die Wolfsburger verstanden es geradezu meisterlich, den Ball in den eigenen Reihen zu halten.

64:36 Ballbesitz für die Wölfe wies die Statistik nach der ersten Viertelstunde auf, die daraus aber kein Kapital zu schlagen wussten. Der FCA versuchte sich mit langen Bällen im Konterspiel und kam in der 26. Minute zu einer ersten Halbchance, als Niederlechner ein Anspiel von Gumny nicht nutzte. In der 34. Minute glänzte der Pole erneut als Vorbereiter, doch Caligiuris Schuss ins kurze Eck nach Gumnys spektakulärer Hacken-Vorlage wurde von Wolfsburg-Keeper Casteels pariert.

Gerade als es so aussah, als hätte sich die neu formierte FCA-Defensive besser auf die Niedersachsen eingestellt, fiel der Führungstreffer für die Gäste (38.), der der Kategorie effektives Konterspiel zuzuordnen ist. Nach Balleroberung durch Brooks spielte Steffen im Mittelfeld auf Gerhardt, dessen Steilvorlage in den Augsburger Strafraum von Wölfe-Goalgetter Weghorst mit einem Heber ins lange Eck über den chancenlosen FCA-Keeper Gikiewicz abschloss.

Der FCA war durch die Gästeführung sichtlich verunsichert und hatte Glück, dass ein haarsträubender Fehlpass von Uduokhai (44.) vor dem eigenen Strafraum von den Gästen nicht genutzt werden konnte.

Fazit zur Halbzeit: Der Tabellendritte aus Wolfsburg wusste aus seiner klaren Überlegenheit lange Zeit nichts zu machen und erspielte sich erst nach der Führung weitere Chancen gegen einen oftmals überforderten FCA.

Keine Ausreden mehr für die Talfahrt des FCA

Die zweite Hälfte dürfte der Kritikerschar, die die FCA-Talfahrt dem Videoassistenten in die Schuhe schiebt, erst einmal den Wind aus den Segeln nehmen. Gleich zweimal wurde nämlich der Torjubel der Wolfsburger vom Unparteiischen beendet, der weitere Wölfe Treffer nach Heranziehen des Videobeweises annullierte. So zum ersten Mal in der 55. Minute beim vermeintlichen Treffer des U-21 Nationalspielers Baku, der nach Korrespondenz des Unparteiischen Hartmann mit Video-Assistent Dr. Jöllenbeck wegen leichter Abseitsstellung zurückgenommen wurde. Der FCA nahm sich diesen Warnschuss der Wolfsburger zu wenig zu Herzen und so war es erneut Ridle Baku, der nach einem über die linke Seite vorgetragenem Angriff nur wenige Minute nach Weghorsts 14. Saisontor auf 2:0 für die Gäste erhöhte.

Dass dieser Treffer bereits den Endstand bedeutete hatte mehrere Gründe. Zum einen lag es an der Fortsetzung der Torflaute der sogenannten FCA-Offensivabteilung, die gegen die perfekt aufeinander abgestimmt Defensive der Wolfsburger einfach keine Mittel fand. Zum anderen lag es an den einmal mehr unglücklichen Bäumchen-Wechsel-Dich-Spielchen von FCA-Coach Heiko Herrlich, der erst Caligiuri und Benés (66. für Jensen und Richter) und danach noch Strobl und Gruezo (77. für Civeja und Oxford) sowie Hahn (86. für Vargas) auswechselte.

Schließlich lag es an dem erneut bemühten VAR (71.), der nach einem weiteren Wolfsburger Treffer durch Arnold auf Abseitsstellung von Baku entschied. So blieb es beim verdienten 2:0 Sieg der Niedersachsen, die damit ihren dritten Tabellenplatz untermauerten. Der FCA dagegen büßte durch die überraschenden Siege der Konkurrenten Mainz (1:0 Heimsieg gegen Union Berlin) und Köln ( 2:1 Auswärtssieg in Mönchengladbach) wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg ein. In den beiden nächsten Spielen in Leipzig (Freitag, 20.30 Uhr) und gegen Leverkusen muss sich zeigen, inwieweit es Heiko Herrlich gelingt, das Augsburger Angriffsspiel mit László Bénes weiter zu entwickeln. Sollte dies schief gehen, dann dürfte auch die Halbwertzeit des Treueschwurs, den Manager Stefan Reuter seinem Trainer gleich nach dem Augsburger Auftritt gegen Wolfsburg erneut gegeben hat, auf den Prüfstand kommen.

FC Augsburg: Gikiewicz – Gumny , Gouweleeuw , Uduokhai , Pedersen – Strobl (77.Civeja) , Gruezo (77.Oxford) , Caligiuri (66.Jensen), Bénes (66.Richter) , Hahn (86.Vargas) – Niederlechner.