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Samstag, 18.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

FCA: Hoffen und Bangen gegen Hoffenheim

Am Ostersamstag läutete der FCA mit dem 2:1 Heimsieg gegen Hoffenheim und seinem insgesamt 100. Sieg in der Fußball Bundesliga das Ende der Fastenzeit ein. Der fulminante Auftritt der Augsburger in der ersten Halbzeit verhieß Auferstehung. Doch dieser Glaube an das Ende der Krise hatte nur eine Halbzeit Bestand und wurde am Ende der Partie fast noch erschüttert. 

Von Udo Legner

Gegenüber der 0:2 Niederlage in Freiburg nahm FCA-Coach Heiko Herrlich zwei Änderungen vor. Für die zuletzt enttäuschenden Strobl und Benes liefen Gruezo und Vargas auf. Das Gästeteam aus dem Kraichgau musste nicht nur die vielen Ausfällen, – acht Absenzen, einschließlich Goalgetter Kramaric – sondern auch die 13 Länderspiel-Abstellungen verkraften. Bereits die Anfangsphase machte deutlich, dass die Hoffenheimer diesem Manko Tribut zollen mussten. Abstimmungsschwierigkeiten in der Abwehr und eine Vielzahl von Fehlpässen bescherten dem FCA frühe Torchancen. Die erste ließ Caligiuri (5.) noch liegen, doch kurz darauf bereitete er die Führung für den FCA vor. 

Traumtore wie zu besten Zeiten

An der Mittellinie nahm Caligiuri dem Hoffenheimer Grillitsch den Ball ab und schloss seinen Sturmlauf mit einem feinen Pass auf Ruben Vargas ab. Gegen den platzierten Flachschuss des Schweizer Nationalstürmers (8.) aus halblinker Position war TSG-Keeper Baummann machtlos. Der frühe Rückstand vergrößerte die Verunsicherung der Hoffenheimer, die aus ihrer optischen Überlegenheit – 58:42 Prozent Ballbesitz nach 20 Minuten – kein Kapital schlagen konnten. Wie effizientes Offensivspiel geht, demonstrierte der FCA: Nach einer Balleroberung am eigenen Strafraum schlug Torschütze Vargas einen Traumpass auf André Hahn, der sich bei seinem Alleingang von der Mittellinie gegen zwei Hoffenheimer durchsetzte und mit einem spektakulären Distanzschuss (23.) auf 2:0 erhöhte. Die Spielfreude der Augsburger hielt auch in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit an. Bei Vargas Kopfball (25.), der klar über Baumanns Kasten strich, und Gumnys Schuss in Anschluss an einen Eckball (31.) konnten die Hoffenheimer von Glück sagen, dass die Hausherren den Sack nicht zu machten. Seinem bisher kaum geforderten Keeper Gikiewicz – nach einer Flanke von Rudy kam Bebou aus zehn Metern zum Kopfball –  verdankte es der FCA, dass es mit der 2:0 Führung in die Pause ging. 

Fazit zur Halbzeit: Spitzenwerte in Sachen Spielfreude, Einsatz und Effizienz bei der Chancen-Verwertung ließen Erinnerungen an die FCA-Höhenflüge beim erfolgreichen Saisonstart wach werden!

Die zweite Halbzeit machte einmal mehr deutlich, dass die vielfach monierten Leistungsschwankungen des FCA weit weniger mit der Qualität und Einstellung  der Spieler als vielmehr mit der Aufstellung und Taktik des Trainers zu tun haben. Mit den Auswechslungen von Ruben Vargas (46.) und Markus Richter (67.) , – bis dahin konkurrenzlos „Man of the Match“ – für die Gregoritsch und Oxford ins Spiel kamen, war es mit der Augsburger Angriffsherrlichkeit vorbei. 

Verwalten statt gestalten

Nur der Formschwäche der Hoffenheimer war es zu verdanken, dass sich der durch diese Umstellungen bedingte krasse Leistungsabfall der Hausherren nicht im Ergebnis niederschlug. Von Minute zu Minute tiefer stehend beschränkte sich der FCA auf die Verwaltung des Vorsprungs und kam kaum noch zu entlastendem Konterspiel, da die Bindung zwischen Abwehr und Offensive abhanden gekommen war. So konnte nun der FCA von Glück sagen, dass die Gäste erst in der 85. Spielminute durch einen Dropkick von Skov zum 1:2 Anschlusstreffer kamen. In den Schlussminuten das alte Lied: der FCA versammelte sich geballt vor dem eigenen Tor und musste bis zum Schlusspfiff um den Sieg zittern. 

Mit diesem eminent wichtigen Dreier vergrößerte der FCA bei noch sieben ausstehenden Partien den Vorsprung auf den Relegationsplatz auf neun Punkte. Sollte am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) beim Schlusslicht Schalke 04 ein weiterer Sieg gelingen, dürfte das Abstiegsgespenst endgültig vertrieben sein und der FCA könnte in den ausstehenden Partien befreit aufspielen und zeigen, was in ihm steckt!

FC Augsburg: Gikiewicz – Framberger (46.Pedersen) , Gouweleeuw , Uduokhai , Gumny – Khedira , Gruezo , Caligiuri , Richter (67.Oxford) , Vargas (46.Gregoritsch) – Hahn

Tore: 1:0 Vargas (8.) 2:0 Hahn (23.),2:1 Skva (86.)