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Samstag, 18.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

FCA: Gegen die alte Dame das alte Lied

Vor dem Auftritt des FCA bei der alten Dame in Berlin standen drei Spieler im Fokus: Neuzugang László Benes, der bereits als Flop bezeichnet wurde, und Keeper Gikiewicz und Mads Pedersen, die als alte und neue Aktivposten gepriesen wurden. Genau dieses Trio drückte im Verein mit Trainer Heiko Herrlich der Partie des 24. Spieltags ihren Stempel auf, die mit einer 1:2 Niederlage für den FCA endete.

Von Udo Legner

FCA-Coach Heiko Herrlich vertraute der Sieger-Elf vom Mainz-Spiel und in der Anfangsphase sah es ganz so aus, als solle seine Taktik erneut aufgehen. Selbst sein Kommentar aus der Pressekonferenz zu dem bislang enttäuschenden László Benes  – „Ich bin davon überzeugt, dass er bald die messbaren Zahlen liefert.” – sollte sich bewahrheiten. 

Frühe FCA-Führung

Es dauerte nämlich gerade mal 109 Sekunden bis László Benes lieferte und den Führungstreffer (2.) für den FCA erzielte. Nachdem die Hausherren eine Flanke von Rapael Framberger bereits geklärt hatten, kam André Hahn erneut an den Ball. Seine Kopfballvorlage verwertete Benes mit einem Aufsetzer zur frühen Führung für den FCA. Der Augsburger Treffer zeigte Wirkung und so dauerte es, bis die Hertha durch Còrdoba (12.) und Ascacibar (16.) zu ersten Abschlüssen kam. Die beste Chance zum Ausgleich für die Berliner (21.) hatte erneut Ascabar, dessen Schuss Augsburgs Schlussmann Gikiewicz spektakulär parierte. 

Kurz vor Ende der ersten Hälfte hatte es gar den Anschein, als würde der FCA in der Person Florian Niederlechners zu früherer Effektivität zurückfinden. Doch der Kopfball von Augsburgs Goalgetter nach einer Flanke von Kapitan Jeffrey Gouweleeuw ging – allerdings aus abseitsverdächtiger Position – nur an den Pfosten (38.).

Fazit zur Halbzeit: Trotz Chancenplus (6:2 Torschüsse) und Dominanz (68:32 Prozent Ballbesitz) fand die Hertha gegen die kompakte und kampfstarke FCA-Defensive bislang wenig Mittel.

Wie ausgewechselt starteten die Hausherren in die zweite Halbzeit und fast hätte es Córdoba dem Torschützen Benes gleichgetan, doch sein Flachschuss (46.) in die rechte, untere Ecke konnte von Gikiewicz abgewehrt werden. Unverdrossen berannten die Hauptstädter das Tor der Augsburger, die ihr Offensiv-Spiel völlig eingestellt hatten und hierfür folgerichtig die Quittung bekamen. Nach einem Ballverlust Caligiuris im Mittelfeld erreichte Daridas Flanke Piatek, der sich im Luftkampf durchsetzte und mit seinem Kopfball Keeper Gikiewicz das Nachsehen gab. 

Von da an versuchte der FCA nur noch, den einen Punkt festzuhalten. Zwei Torschüsse von Niederlechner (65. und 79.) – das war es auch schon, was die Augsburger offensiv noch zustande brachten. Als es schon den Anschein hatte, als würden die bescheidene Taktik und die Remis-Verwaltungsstrategie der Augsburger aufgehen, wurde ihre Passivität doch noch bestraft. 

Petersen: Vom Glückspilz zum Unglücksraben

Ausgerechnet Petersen, der nach seiner gelben Karte (49.) von Glück sagen konnte, dass ein weiteres Foul von ihm vom Unparteiischen Badstübner nicht mit gelb-rot geahndet wurde, traf kurz vor Abpfiff (87.) Herthas Mittelfeldspieler Lucas Tousart im Strafraum unglücklich, aber klar am Fuß und bescherte so seinen Herthanern einen Strafstoß. Gegen Lukebakios Geschoss war FCA-Keeper Gikiewicz ohne Chance und so wurde die Hertha nach zuletzt neun sieglosen Partien doch noch für ihren unermüdlichen Sturmlauf belohnt. Der FCA muss sich einmal mehr vorwerfen, sein Glück allein in der Defensive gesucht zu haben. Durch die dadurch in Kauf genommene Niederlage blieb die Riesenchance ungenutzt, den Abstand auf den Relegationsplatz auszubauen. Angesichts der kommenden schweren Aufgabe gegen die Gladbacher Fohlen (Freitag, 20.30 Uhr) schrillen jetzt die Alarmglocken. Man kann nur hoffen, dass dies bei der FCA-Führung endlich zu einem Umdenken in der Spieltaktik führt, bevor es auch dafür zu spät ist.

FC Augsburg: Gikiewicz – Framberger , Gouweleeuw , Uduokhai , Pedersen – Strobl , R. Khedira , Caligiuri , Benes (74.Richter) , Hahn (90.+2 Bazee) – Niederlechner (83. Gregoritsch).

Tore:  1:0 Benes (2.), 1:1 Piatek (62.), 2:1 Lukebakio/ 89. Foulelfmeter.