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Samstag, 27.11.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

FCA: Ein Sieg muss her!

Am heutigen Freitag (20.30) trifft der FC Augsburg am 25. Spieltag der Fußballbundesliga in der SGL Arena auf den 1. FC Nürnberg. Könnte der FCA die Partie gegen den 1. FC Nürnberg siegreich gestalten, wäre die Welt am Ende des Mittelfeldes der Tabelle für einige Vereine wieder eine gefährliche.

Von Siegfried Zagler

Ein Sieg würde den FCA auf vier Punkte an die Nürnberger heran führen – und auch an die Düsseldorfer, die am morgigen Samstag in München wohl auf keinen Grünen Zweig kommen werden. Ein Sieg des FCA gegen den Club wäre aber nicht nur ein Wendepunkt im diesjährigen Abstiegskampf, sondern auch ein historischer Sieg. Im Jahre 1976 hat der FC Augsburg zuletzt gegen den 1. FC Nürnberg gewonnen. Der letzte Augsburger Sieg liegt also 36 Jahre zurück. Es war ein  4:2 Auswärtssieg in der 2. Bundesliga Süd, die Tore schossen Willi Hoffmann (3) und Klaus Vöhringer. Damals war Helmut Schmidt Bundeskanzler. Franz Beckenbauer wurde zum Fußballer des Jahres in Europa gewählt und der FC Bayern spielte in dieser Zeit im Münchner Olympiastadion – vor 32.000 Zuschauern im Schnitt und verlor in dieser Saison ein Heimspiel gegen Schalke 04 mit 0:7! Noch ein Kuriosum: Beim Sieg der Augsburger vor 36 Jahren gegen den einst ruhmreichen 1. FC Nürnberg saß Max Merkel als Trainer auf der Bank des FCA.

Beide Mannschaften sind schwer zu schlagen

Das ist geronnene Zeit, also Geschichte, die heute umgeschrieben werden sollte. Allerdings hat der FCA in seinen bisherigen Bundesligapartien gegen den Club noch kein einziges Tor erzielt. Zwei 0:0 Unentschieden und eine 0:1 Niederlage stehen zu Buche. Beide Klubs sind „Remiskönige“ und waren in letzter Zeit kaum zu schlagen. Der FCA verlor nur eine der letzten acht Bundesligabegegnungen (1:2 in Leverkusen am 22. Spieltag). Beim Club ging sogar nur eine der vergangenen neun Partien verloren (0:3 in Dortmund am 19. Spieltag). Dass der Vorsprung auf die Augsburger dennoch von elf auf sieben Punkte geschmolzen ist, könnte damit zusammenhängen, dass die Nürnberger in letzten vier Partien nur Remisen einfahren konnten.

Baier: vom Mitläufer zum Leader

Daniel Baier

Daniel Baier


Der Club ist dafür bekannt, dass er hinten stabil steht und nach vorne wenig geht. Zu statisch ist das Spiel der Nürnberger im Angriff. Somit stehen sich heute Abend zwei Mannschaften gegenüber, die mehr gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick vermuten könnte – auch wenn sich der FCA in Bremen (zumindest in der ersten Halbzeit) nach vorne nicht mehr ganz so einfallslos verhielt, wie das in der Vergangenheit der Fall war. Um es kurz zu machen: Es ist mit einem Grotten-Kick zu rechnen, was in Fußball-Augsburg niemand kratzen sollte, wenn am Ende ein Dreier zu verbuchen wäre. Für den Club spricht, dass der Abwehr-Riese Per Nilsson wieder fit zu sein scheint. Wie es auf der Club-Homepage heißt, soll seine Sprunggelenksprellung aus dem Freiburg-Spiel überwunden sein. Nilsson ist der Dreh- und Angelpunkt der Club-Defensive. Nicht dabei beim Club: Timo Gebhart (Leistenprobleme) und Stürmer Sebastian Polter, der gegen den FCA wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt ist. Beim FCA fehlt aus gleichem Grund Kapitän Daniel Baier. Ein großes Handicap für die Augsburger. Daniel Baier hat sich vom Mitläufer zum unersetzbaren Leader entwickelt und gehörte in den letzten 36 (!) Bundesligaspielen des FCA zur Startformation. (Für die Liebhaber von Fußballstatistiken unter den DAZ-Lesern soll an dieser Stelle festgehalten werden, dass Heinz Simmet zwischen 1970 und 1976 für den 1. FC Köln 258 Bundesligaspiele in Folge absolviert hat. Für Feldspieler ein einsamer und einzigartiger Rekord.). Es ist damit zu rechnen, dass Andreas Ottl für Baier auflaufen wird.

Der FCA hat die Tugenden des Abstiegskampfes entdeckt

Tabelle vor dem 25. Spieltag

Tabelle vor dem 25. Spieltag


Für den FCA spricht, dass die Nürnberger in dieser Saison ihre drei bisherigen Freitagspiele verloren haben, während der FCA unter Flutlicht oft zu überzeugen verstand. Die Mannschaft des Clubs ist kein Jota besser als die des FCA – eher schlechter, und nachdem man in Augsburg nach einer langen Weinzierl-Selbstfindungsphase endlich die Tugenden des Abstiegskampfes pflegt, darf man ohne einen Anflug von Ironie oder einen Hauch falscher Selbsteinschätzung sagen, dass der FC Augsburg am heutigen Abend als Favorit ins Spiel geht. Schließlich steht der FCA mit zwölf Punkten in der Rückrundentabelle auf Platz vier, während der Club mit acht Punkten im Niemandsland der Rückrundentabelle steht. „Es ist unser Ziel, nochmal an Platz fünfzehn heran zu kommen“, so FCA-Manager Stefan Reuter. Bei dieser Zielvorgabe darf gegen einen direkten Abstiegskonkurrenten nichts verschenkt werden. Ein Sieg muss her!