DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Mittwoch, 08.06.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

FCA und die Welt

FCA dementiert Enthüllungsbericht der BILD

Unter der Überschrift „Augsburger Intrigen-Kiste“ erzählt die Bildzeitung von heute in gewohnter „Schlüsselloch-Manier“ die Geschichte einer Intrige, die wild und abenteuerlich ist und nichts mit der offiziellen FCA-Version zu tun hat, dass nämlich Präsident Klaus Hoffman aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten sei. Darauf reagierte nun der FCA.

Ex-Präsident des FCA: Klaus Hofmann © DAZ

Plötzlich machen die Worte „gehackte Nachrichten“ und „Erpressung“ die Runde, so BILD, die ein „Intrigen-Protokoll“ liefert, das aus einer Netflix-Serie stammen könnte: „Was ist wirklich passiert innerhalb von weniger als 36 Stunden?“, fragt das Boulevardblatt und liefert sogleich den Stoff dazu. Am Donnerstagvormittag sei Präsident Hofmann noch gutgelaunt beim Mannschaftstraining anwesend gewesen und habe über seine Zukunftspläne gesprochen, dann folgte der kaum glaubwürdig begründete Rücktritt („gesundheitliche Probleme“) am Freitagabend.

Nach Bild-Recherchen soll Hofmann geplant haben, Armin Veh als Kontrolleur von Reuter und Ströll zu installieren. „Als die beiden dies erfuhren, sollen sie Hofmann am Freitag mit angeblich gehackten WhatsApp-Nachrichten seines privaten Accounts konfrontiert haben und zum Rücktritt sowie zum Verkauf seiner 30 Prozent Anteilean der FC Augsburg 1907 GmbH & KGaA gedrängt haben.“ So die Bildzeitung wörtlich. Welche Brisanz die private Kommunikation Hofmann habe und warum er in den Rücktritt einwilligte, aber seine Anteile nicht verkaufen möchte sei unklar. FCA-Trainer Weinzierl sei zurückgetreten, da er ohne Hofmann ohnehin keine Perspektive mehr gehabt hätte, so der Bild-Bericht.

Dazu gab der FCA eine heute eine Stellungnahme, in der von Fehlinformationen die Rede ist: „Dieser Berichterstattung unter dem Titel „Augsburger Intrigenkiste“ möchten die Verantwortlichen des FCA und Klaus Hofmann, der zurückgetretene Präsident, klar und deutlich widersprechen. „Ich habe in den letzten Wochen und Monaten immer wieder deutliche und stärker werdende Stress- Signale meines Körpers vernommen, so dass ich in meiner gesundheitlichen Situation keine Doppelfunktion in meinem Unternehmen und gleichzeitig beim FC Augsburg vernünftig ausführen kann. Gerade jetzt, wo wichtige Entscheidungen in Augsburg anstehen, müssen voll handlungsfähige Gremien die richtigen Weichen stellen, was ich nicht mehr leisten konnte. Mein Rücktritt hat nichts mit angeblich gehackten Nachrichten oder sonstigen Spekulationen zu tun, sondern ausschließlich die von mir genannten gesundheitlichen Gründe“, sagt Klaus Hofmann.“

Es sei mehr als bedenklich, wenn derartige Fehlinformationen gestreut würden. Vor allem beim Thema Gesundheit sei der Wunsch von Klaus Hofmann nach Privatsphäre ohne Wenn und Aber zu respektieren“, so die FCA-Geschäftsführer Stefan Reuter und Michael Ströll.

„Klaus Hofmann hat am vergangenen Donnerstag sowohl der Geschäftsführung als auch den Gremien gegenüber seine Ämter niedergelegt und dies ausschließlich mit gesundheitlichen Problemen begründet. Es gibt keinerlei anderweitige Gründe als diese, weswegen es unser aller Pflicht ist, dies zu akzeptieren. Klaus Hofmann wird auch weiterhin als Geschäftsführer und Anteilseigner der Hofmann Investoren GmbH eng mit dem FCA verbunden bleiben, worüber wir sehr froh sind“, betont Thomas Müller, Aufsichtsratsvorsitzender des FCA.