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Donnerstag, 16.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

FCA: Auch in München bekommt man nur drei Punkte

Der FCA steht am heutigen Samstag in München (15.30 Uhr) vor einer unlösbaren Aufgabe. Es handelt sich um ein Fußballspiel gegen den FC Bayern.

Von Siegfried Zagler

Sollte das Unsagbare geschehen und der FC Augsburg würde in der nächsten Saison in der Zweiten Liga spielen, wäre der FCA abgestiegen, weil er zu Hause keine Macht darstellt. Gäbe es eine Tabelle nur für Heimpunkte, belegte der FCA den vorletzten Platz, während er in der imaginären Auswärtstabelle knapp hinter Dortmund den Rang 5 belegt. Mit Fan-Unterstützung auf den gegnerischen Plätzen hat das wohl weniger zu tun, denn beim Ranking der Anzahl der Fans, die die Bundesligisten zu den Auswärtsspielen begleiten, rangiert der FCA mit durchschnittlich 1240 Fans pro Auswärtsspiel auf Platz 16; nur Wolfsburg und Hoffenheim sind schlechter. Gäbe es nicht einmal im Jahr den Sturm auf die Tickets zum Auswärtsspiel gegen Bayern München, stünde der FCA in dieser Sache noch schlechter da.

Womit wir beim Thema wären: Heute trifft der FCA in München auf einen FC Bayern, der zu den heimstärksten Teams in Europa gehört. Die Chancen, dort zu gewinnen sind gering. Das nennt man eine Binsenweisheit. Würde man bei bwin einen Euro auf einen FCA-Sieg setzen, bekäme man in diesem Fall 23 Euro ausbezahlt. Und dennoch zählt die Erfahrung, dass im Fußball alles möglich ist, zumal bei den Münchnern Welttorhüter Manuel Neuer verletzungsbedingt pausieren muss und der FCA mit Raul Bobadilla und Alfred Finnbogason wieder auf zwei Stürmer zurückgreifen kann, deren Fehlen die Augsburger Offensive zu einem Kindergeburtstag verwandelt hatte.

Jenseits jeder Polemik ist festzustellen, dass man beim FCA nie weiß, was kommt. “Die jüngsten Eindrücke sprechen für eine Dreierkette”, schreibt der Kicker, während die Augsburger Medien orakeln, dass in München mit einer Fünferkette dichtgemacht werden soll. Auch personell lässt sich FCA-Cheftrainer Baum nicht in die Karten schauen: Reicht es bei Baier, Moravek oder Kohr für die Startelf? Steht Finnbogason vor seinem Comeback? Rückt Verhaegh wieder in den Kader? Der zuletzt überragende Stafylidis kehrte angeschlagen vom Länderspiel zurück. Wird er rechtzeitig wieder fit? Darf Danso wieder verteidigen? Es wird wohl kaum einen Bundesligisten geben, der öfters die Aufstellung verändert als der FCA – taktisch wie personell.

Am kommenden Mittwoch spielt der FCA zu Hause gegen Ingolstadt, am Samstag darauf in Berlin gegen Hertha. Auch in München gibt es für einen Sieg nur drei Punkte. Der FCA muss zusehen, eine Heimstärke zu entwickeln. Bliebe sie so verheerend, würde der Abstieg drohen. – Nun beginnen die Wochen der Wahrheit.