DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Samstag, 27.11.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Ein Jahr Radstation Augsburg

Vor genau einem Jahr ging das Fahrradparkhaus im BohusCenter am Augsburger Hauptbahnhof in Betrieb. Die Stadt als Investorin und die Zweirad Bäuml GmbH als Betreiberin zogen heute Bilanz.

Die rückseitige Einfahrt der Radstation

Die rückseitige Einfahrt der Radstation


Desolate städtebauliche Zustände, so Baureferent Gerd Merkle, waren der Auslöser für die Radstation. Der Bahnhofsvorplatz und die nähere Umgebung seien mit bis zu 1.500 Fahrrädern zugestellt gewesen. Da es kein Halteverbot für Fahrräder gibt, könne man nur mit entsprechenden positiven Angeboten auf das Parkverhalten der Radfahrer Einfluss nehmen. Zu diesem Zweck hat die Stadt einen Teil des Erdgeschosses des BohusCenters in der Halderstraße 29 für 25 Jahre angemietet und nach einer Investition von ca. 1,2 Mio. Euro an die Zweirad Bäuml GmbH verpachtet, die das Fahrradparkhaus betreibt. 342 Räder können nun sicher vor Wetter, Vandalismus und Diebstahl geparkt werden. Die Radstation kann mit einer persönlichen Chipkarte 24 Stunden täglich genutzt werden. Das Parkhaus ist rund um die Uhr videoüberwacht und auch in die Rundgänge des Wachdienstes des Centers einbezogen.

Komplettdienstleistung aus einer Hand

Komplettdienstleistung aus einer Hand


Geschäftsführer Thomas Lis sprach von einer Kundenzufriedenheit von „gefühlt 100 Prozent“. Man habe 260 Kunden mit Jahresabo zu 80 Euro, darüber hinaus rund 100 Monatsmieter (7 Euro), Tagesgäste zahlen 1 Euro. 30 Prozent der Dauernutzer seien Einpendler, also Nichtaugsburger, die ihr Rad im BohusCenter stationiert haben. Die Radstation sei jedoch nicht nur Parkhaus, sondern Komplettdienstleister. Hier gebe es das gesamte Bäuml-Angebot, so Thomas Lis: Verkauf, Werkstattleistungen und Ersatzteile. In der Regel könnten in Reparatur gegebene Zweiräder noch am selben Tag abgeholt werden. Auch das Mieten von Fahrrädern wird angeboten. Der Parkhausbetrieb habe im vergangenen Jahr etwa 30.000 Euro Umsatz generiert, zu wenig, um eigenständig existieren zu können. Deshalb sei man froh, dass die Stadt die Investitionen geleistet habe.

Baureferent Gerd Merkle erklärte, dass man bereits an eine Erweiterung des Fahrradparkens denke. Wenn der innere Ladehof der Bahn überplant werde, werde sich die Stadt entsprechende Flächen der Expressgüterhallen sichern. Im Zug des Bahnhofsumbaues als Mobilitätsdrehscheibe sollen auf dem Bahnhofsplatz weitere 500 bis 600 Fahrradparkplätze entstehen.