Die Kunst des Lachens bei Volker Ullrich
Am vergangenen Mittwoch wurden im Rahmen der “Hate Slam” Reihe in dem Augsburger Club „Beim Weissen Lamm“ Politiker ans Mikrophon gebeten, um „böse, skurrile und manchmal auch sehr lustige Anschreiben von Fans, Gegnern und manchmal auch von Behörden“, ins schummrige Licht eines Slams zu stellen. Eingeladen waren Linus Förster (SPD), Christl Kamm (Die Grünen) und Volker Ullrich (CSU).
Volker Ullrich spielte an diesem Abend unerreichbar für die beiden Konkurrenten in einer anderen Liga. Während Förster und Kamm die Verfasser für ihre Anschreiben als böse oder hoffnungslos verspult kennzeichneten (Förster zitierte zum Beispiel aus einem Schreiben von Umweltreferent Rainer Schaal, um den Amtsschimmel in allen Tonlagen zum Wiehern zu bringen.), gab sich Augsburgs Ordnungsreferent unverstellt als vitale Zielscheibe von Beschimpfungen und Beleidigungen zu erkennen. Ullrich machte sich vermutlich vorher ausführlich Gedanken, wie er sein politisches Desaster in Sachen Strafanzeige gegen einen User des AZ-Forums auf dieser Veranstaltung verarbeiten könne, und er kam offensichtlich zu einem guten Ergebnis. Beinahe kommentarlos und immer so vortragend als wäre nicht er als Person das Ziel von Spott und Häme, sondern ein Berufspolitiker, der die „Unkultur des Verächtlichmachens“, eben auszuhalten habe.
