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Donnerstag, 18.04.2024 - Jahrgang 16 - www.daz-augsburg.de

DFB-Pokal: FCA blamiert sich in Unterhaching

Völlig verdient scheidet der FC Augsburg in der Hauptrunde des DFB-Pokals gegen die Spielvereinigung Unterhaching aus. Gegen den aufgestiegenen Drittligisten zeigte der Bundesligist aus Augsburg eine katastrophale Vorstellung und verliert sang- und klanglos mit 0:2. Ohne Esprit und Durchschlagskraft kickten die Augsburger 90 Minuten lang vor sich hin, als wären sie noch mitten in der Saisonvorbereitung.

Von Siegfried Zagler

Schwacher FCA-Start in die neue Saison Foto: DAZ

Die Spielvereinigung Unterhaching musste gegen den FCA nur so agieren, wie man eben mutig agiert, wenn man zwei Klassen tiefer spielt: Hoch verteidigen, die Räume im Mittelfeld eng machen und in der Schlussphase einen Neun-Mann-Riegel vor dem Strafraum bilden. In keiner Phase der Partie sah man dem FCA an, dass er das Spiel mit Macht gewinnen wollte. Mit unpräzisen Pässen, aber dafür mit einer ostentativen Lässigkeit, kontrollierte der FCA das Spiel nur bedingt, sodass über weite Strecken des Spiels kein Zweiklassenunterschied zu erkennen war.

Aus Augsburger Sicht ist somit kaum etwas Positives zu vermelden. Stückwerk, Stückwerk und Stückwerk. Eine indisponierte Legionärstruppe passte sich dem Niveau des Gegners an und enttäuschte die 4000 Augsburger Fans im Unterhachinger Sportpark in allen Belangen. Selbst nach der Hachinger Führung ging kein Ruck durch die Augsburger Mannschaft.

Die Spielentscheidenden Szenen sind schnell erzählt: Nach einer Flanke von Rechtsverteidiger Schwabl, legt Hobsch mit dem Kopf für Fetsch ab, der mit der Brust den Ball in Ruhe wie im Training annehmen kann und stark zum 1:0 für die Münchner Vorstädter verwandelt (29.). 

Kurz vor der Halbzeit vergibt FCA-Kapitän Demirovic eine sogenannte Hundertprozentige, indem er mit Zeit und alleinstehend vor Haching-Keeper Vollath kläglich die falsche Option zieht und Vollath den Ball parieren lässt.

Kurz vor dem Schlusspfiff wird der FCA schließlich noch schulbuchmäßig ausgekontert. Nach der letzten hilflosen Offensivaktion der Augsburger bekommt Mashigo den Ball in den Lauf gespielt und der Südafrikaner läuft mit Tempo allein auf das Augsburger zu, verzögert den Schuss, um Rexhbcaj aussteigen zu lassen und schließt souverän halbhoch ins lange Eck zum 2:0 Endstand ab.

Nun darf man gespannt sein, wie lange die Augsburger Vereinsführung noch zu FCA-Trainer Enrico Maaßen steht, dessen Erfolglosigkeit in Augsburg beispiellos ist. Saisonübergreifend hat der FCA in den letzten 12 Pflichtspielen lediglich einen Sieg errungen (1:0 Heimsieg gegen Union Berlin.). In Unterhaching war dem FCA nicht anzusehen, was er mit dem Ball anfangen wollte, aber auch gegen den Ball war nicht zu erkennen, dass diese Truppe seit Wochen zusammen trainiert. Den eher duldsamen FCA-Fans ist offenbar nicht mehr zuzumuten, womit der FCA aufwartet. Mit gellenden Pfiffen und fliegenden Bierbechern verabschiedeten sie die Augsburger Sonntagsfußballer aus dem Unterhachinger Sportpark.

Die diesbezügliche DAZ-Prognose: Sollte sich das Sportpark-Niveau im kommenden Bundesligaheimspiel (Samstag 15.30 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbach wiederholen, müsste Marinko Jurendic den aktuellen Trainermarkt unter die Lupe nehmen.