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Dienstag, 16.04.2024 - Jahrgang 16 - www.daz-augsburg.de

Darmstadt schießt FCA in die Krise

Der FC Augsburg verliert gegen SV Darmstadt 98 in der 7. Runde der Fußballbundesliga vor 29.200 Zuschauern in der WWK Arena mit 1:2 . Die Tore der Gäste erzielte Skarke (52.) und Kempe (Foulelfmeter 70.). Für den FCA war Demirovic erfolgreich (86.).

Mit der fast gleichen Aufstellung wie beim 0:2 in Freiburg wollte FCA-Trainer Maaßen die Heimpartie gegen Darmstadt bestreiten. Nur Beljo ersetzte Vargas, der an einer Muskelverletzung laboriert, doch dann verletzte sich Kevin Mbabu beim Warmmachen. Für ihn kam Gumny in die Startelf.

In der ersten Halbzeit zeigten sich die Lilien als das aktivere Team, während der FCA sich um ein sortiertes Defensivverhalten bemühte und nach vorne kaum etwas in die Wege leitete. Doch dann setzte sich Gumny rechts gegen Nürnberger durch und flankte weit und punktgenau auf Iago, der rechts mitgelaufen war, aber es zu genau machen wollte und über das Tor köpfte. Die erste und einzige Torchance des FCA in Halbzeit eins, während die Darmstädter zwei Hammerchancen liegen ließen. Nach einer erschreckend schwachen Halbzeit, in der das meiste Geschehen zwischen den beiden Strafräumen stattfand, geht der FCA mit einem glücklichen Unentschieden in die Pause.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigt sich Darmstadt als das auf fast allen Positionen besser besetzte Team (!). Ein Eindruck, der damit zu tun hat, dass die Lilien in allen Mannschaftsteilen strukturierter und willensstärker wirkten. So war die Führung der Gäste nicht nur verdient, sondern ein Ausdruck eines stärkeren Siegeswillen: Nach einem langen Ball von Schuhen köpft Uduokhai den Ball planlosgenau in den Lauf von Luca Pfeiffer, der das Leder an die Latte nagelt. Der Abpraller kommt zu Skarke, der die Zeit hat, das Leder in halblinker Position anzunehmen und mit einem Strahl die 1:0-Führung der Gäste zu besiegeln (52.). Danach schien ein Ruck durch die bis dahin schläfrigen Augsburger zu gehen. Wie so oft nach einem Rückstand spielte der FCA mutiger nach vorne und kam zu torgefährlichen Szenen. In der 58. Minute unternimmt FCA-Trainer Maaßen einen Dreierwechsel: Iago, Tietz und Gumny müssen runter. Für sie kommen. Maier, Pedersen und Michel. Der FCA spielt nun zielstrebiger nach vorne, ohne die nötige Präzision und kommt dennoch zu einer 100-prozentigen Torchance, die Demirovic leichtfertig, ja beinahe überheblich verschenkt: Klarer legt sich den Ball im Aufbauspiel zu weit vor, sodass Michel ihm diesen vom Fuß spitzelt. Die Kugel kommt zu bei Demirovic, der den Ball trotz Zeit übers Tor lupft. Es gibt Pfiffe. Wenige Minuten später verwandelt Kempe einen berechtigten Foulelfmeter souverän.

Nun stürmt der FCA mit dem Mute der Verzweiflung nach vorne und kommt der FCA in der 86. Minute durch Demirovic, der sich im Strafraum glücklich nach einem Gewurstel durchsetzt, zum Anschlusstreffer. Ausgerechnet Demirovic, der für den FCA in den letzten drei Spielen ein halbes Dutzend Top-Torchancen versemmelte.

In der Folge bläst der FCA mit der großartigen Unterstützung des Publikums zur Schlussoffensive, erreicht aber trotz acht Minuten Nachspielzeit keinen Ausgleich mehr. Darmstadt gelingt damit in dieser Saison der erste Auswärtsdreier, während man in Augsburg nun davon ausgehen darf, dass nach der Länderspielpause ein anderer Trainer an der Außenlinie steht.